Brauchtum, Tradition, Technik und Genuss

Die Vorstufe zum Paradies

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Ein junger Landwirt prüft im Tierzelt das Halfter eines Haflingers. Vor allem für Kinder ist das Tierzelt der große Magnet auf der Landwirtschaftsschau. Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen aber auch Geflügel in allen Variationen können dort bewundert werden.

München - Am Eröffnungstag hat es zwar geregnet, aber schon am Sonntag riss der Himmel über dem Zentral-Landwirtschaftsfest auf der Münchner Theresienwiese auf. Das 125. Jubiläum startete vielversprechend mit Brauchtum, Tradition, Technik und Genuss für alle Sinne.

Das tut der bäuerlichen Seele gut: Ministerpräsident Horst Seehofer schmeichelt den Landwirten bei der Eröffnung im Festzelt des 125. Zentral-Landwirtschaftsfestes auf der Münchner Theresienwiese. „Unsere bayerischen Bauern pflegen seit Jahrhunderten die Natur, so dass wir heute diesen Schatz an Feldern, Wäldern, Seen und Bergen haben. Vergelt’s Gott den Bauern!“, rief der Schirmherr den 1500 Festgästen aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft bei der Eröffnung des ZLF zu. So begeistert zeigte sich Seehofer auch von der Feier mit Goaßlschnalzern, Blasmusi, Gstanzlsängern, Bier, Weißwürscht und Brezn, dass er die Bauern maßgeblich dafür verantwortlich macht, dass Bayern eine „Vorstufe zum Paradies“ sei.

Doch Seehofer streichelte nicht nur die bäuerliche Seele, er stellte sich auch auf ihre Seite in Sachen Energiewende: „Die Bauern werden hier noch eine ganz wichtige Rolle spielen. Die Energiewende gelingt nur mit Hilfe der Bauern.“ Mit Seitenhieb auf seinen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), der auch unter den Festgästen war, betonte er: „Wir wollen Energieproduktion nicht aus dem Ausland, sondern hier aus Bayern. Und das geht.“

Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl rief die Verbraucher dazu auf, sich in der ZLF-Woche selbst ein Bild von den Leistungen der Landwirte zu machen. Gleichzeitig forderte er für seine Mitglieder „mehr Luft zum Arbeiten, weniger Bürokratie“. Er unterstrich die Selbstverantwortung der Bauern. „Es liegt in der Natur unserer Bauernfamilien, Verantwortung in der Gesellschaft und für die ihnen anvertrauten Ressourcen zu übernehmen“, sagte er. „Deshalb muss Schluss sein mit immer neuen Bewirtschaftungserschwernissen.“ Bundesagrarministerin Ilse Aigner lobte die echte Begeisterung und Hingabe der Bauern, die sich im ZLF, aber auch in ihrer Arbeit ausdrücke. „Sie tun es mit Herz, Sie tun es für Ihre Heimat“, rief sie den Bauern zu. Bis zu ihrem Wechsel in die Landespolitik werde sie sich mit aller Kraft für die Bauern einzusetzen. Die Verhandlungen zur Europäischen Agrarpolitik gingen in die heiße Phase, „da ist voller Einsatz gefragt, und den werde ich auch erbringen“.

Viel Beifall erhielt auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), als er alle Begehrlichkeiten zurückwies, das ZLF vom Oktoberfest-Gelände zu verbannen. „Das halte ich für grundfalsch. Das ZLF hat eine Tradition seit 1811, das ist die Brücke zwischen der Stadt und dem Land.“

Claudia Möllers

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