Sie hinterließen eigenes Fahndungsfoto

Die Zechpreller vom Weinzelt

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Weinzelt-Wirt Stephan Kuffler und Kellner Christoph mit dem „Fahndungsfoto“: Die Männer verschwanden, ohne zu zahlen.

München - Diese Zechpreller waren irgendwie ziemlich doof: Bevor sie ins Zelt gingen, haben sie sich vom Zeltfotografen ablichten lassen und hinterließen somit ihr eigenes Fahndungsfoto.

Erst bestellen sie Hendl und Bier, dann hauen sie ohne zu zahlen ab! Fünf Wiesn-Gäste haben im Weinzelt die Zeche geprellt. Dumm nur: Vor der Bestellung posierten die Burschen noch für den Zeltfotografen. Jetzt sucht Wirt Stephan Kuffler die dreiste Bande mit ihrem eigenen Fahndungsfoto!

Donnerstagnachmittag in der Box 9. Fünf junge Männer bestellen drei Mittagshendl, ein Krustenwammerl, eine Leberknödelsuppe und fünf Weißbier. „Die Hendl und Weißbier hat der Kellner sofort serviert“, sagt Wirt Stephan Kuffler. „Nur das Krustenwammerl war nicht sofort fertig.“ Als Kellner Christoph nur ein paar Minuten später mit dem fehlenden Gericht und der Rechnung an den Tisch zurückkommt, fällt ihm fast der Schweinsbraten vom Teller: Auf dem Tisch liegen nur noch die leeren Teller mit den abgenagten Hendlknochen, die Burschen sind spurlos verschwunden – sogar ihre Biergläser haben sie mitgenommen!

Was die Wiesn heuer kostet

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„Die Gäste am Nebentisch haben uns erzählt, dass die sogar über die Bänke und Tische geklettert sind“, sagt Bedienung Leyla, die in der Nähe bediente. „Die müssen in Windeseile ihr Hendl gegessen haben und dann abgehauen sein.“ Entweder die Zechpreller waren zu dumm oder zu dreist: Vor der Bestellung grinsten sie noch frech dem Zeltfotografen in die Linse – mit Denkerpose und Unschuldsmiene!

„So etwas ist mir auch noch nicht passiert“, sagt Stephan Kuffler kopfschüttelnd. Das Foto könnte den Zechprellern jetzt zum Verhängnis werden: Der Wirt hat es per E-Mail an die anderen Wiesn-Wirte geschickt – als Fahndungsfoto sozusagen. Wirt Christian Schottenhamel hat das Foto gleich in seinem Büro aufgehängt: „Natürlich helfen wir uns in so einem Fall gegenseitig.“

Besucher, Bier & Bares: Die Wiesn in Zahlen

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Vor ein paar Jahren führte die Methode bereits zum Erfolg: „Da haben im Löwenbräuzelt auch ein paar Zechpreller wie die Honigkuchenpferde vom Foto gestrahlt“, sagt Kuffler. „Als sie ein paar Tage später bei uns im Weinzelt auftauchten, hat sie ein Kellner erkannt und die Polizei gerufen.“ Der Wirt hat jetzt bei der Polizei Anzeige erstattet. „Mir geht es nicht um die Rechnung von 80 Euro, sondern ums Prinzip. Diese Kerle haben das mit Vorsatz gemacht – und probieren es vielleicht wieder!“

C. Schmelzer

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