Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn gibt den Unionsbräu auf

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Seit mehr als 120 Jahren liegt der Unionsbräu samt Bierkeller und Brauerei an der Einsteinstraße in Haidhausen.

München - Die Wirtschaft mit 1000 Plätzen soll nie rentabel gewesen sein – jetzt gibt Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn den Unionsbräu in Haidhausen auf.

Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn gibt nach mehr als 20 Jahren den Unionsbräu in Haidhausen auf – und sucht nach einem Objekt in guter Lage, um eine neue bayerische Wirtschaft zu eröffnen. Der Pachtvertrag zwischen der Stadt München, der das Haus an der Einsteinstraße 42 gehört, und Löwenbräu läuft am 30. November aus – und damit auch der Vertrag zwischen Wirt und Brauerei.

Allerdings sei das noch nicht ganz sicher, sagt Hagn: „Es gibt noch einmal Gespräche zwischen der Brauerei und der Stadt. Die müssen wir jetzt abwarten.“ Trotzdem habe er seinen 45 Mitarbeitern bereits gekündigt: „Die arbeiten zum Teil seit 20 Jahren mit uns, da sind die Kündigungsfristen länger. Fairerweise habe ich dann allen gekündigt“, sagt Hagn.

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Dabei scheint seitens der Stadt einer Verlängerung des Pachtvertrags mit Löwenbräu nichts im Wege zu stehen: „Grundsätzlich spricht da nichts dagegen“, sagt Bernd Plank vom Kommunalreferat. „Wir gehen auch davon aus, dass Löwenbräu an dem Standort festhalten will. Aber bevor ein neuer Vertrag aufgesetzt werden kann, brauchen wir eine endgültige Aussage von Löwenbräu.“

Oliver Bartelt, Sprecher der zum US-Konzern Anheuser-Busch gehörenden Brauerei, sagt: „Wir haben selbstverständlich ein hohes Interesse an diesem Objekt, aber unter positiven wirtschaftlichen Verhältnissen. Der Vertrag wäre eigentlich bereits Ende 2011 ausgelaufen. Wir haben bewusst um ein Jahr verlängert, um Zeit zu schaffen, ein Neukonzept zu präsentieren und damit auch die wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern. Wir haben den Vertrag auch nicht von unserer Seite gekündigt, im Gegenteil, die Familie Hagn hat sich entschieden, das Objekt nicht weiterzuführen.“

Tatsächlich sagt Hagn: „Der Unionsbräu war noch nie rentabel. Es ging halt immer wegen der Kombination mit der Wiesn. Da konnten wir ordentlich was zuschießen.“ Denn mit ihren 1000 Plätzen und den vielen Nebenzimmern sei die Wirtschaft viel zu groß: „Bierkeller dieser Art laufen heute nicht mehr so. Die Gemütlichkeit, dass man zum Ratschen ins Wirtshaus geht, das hat sich verändert, vor allem seit Einführung des Rauchverbots“, sagt Hagn. Zudem könne er in Haidhausen mit den vielen Sozialwohnungen nicht die Preise verlangen, die er verlangen müsste, um rentabel zu sein. Gleichzeitig wolle sein Personal nicht weniger verdienen als an einem Arbeitsplatz in der Innenstadt.

Am Restaurant im Erdgeschoss des Unionsbräus – ohne Keller und Obergeschoss – habe er jedoch Interesse: „Man müsste ein neues Konzept für den Unionsbräu ausarbeiten und renovieren. Die technische Ausstattung ist kaputt und verbraucht.“ Sollte sich Hagn mit der Brauerei einigen, die laut Sprecher Bartelt noch keine Gespräche mit möglichen neuen Betreibern geführt hat, könnten einige der nun gekündigten Mitarbeiter zurückkehren: „Allerdings besteht die Gefahr, dass die dann schon anderweitig beschäftigt sind. Wenn mehr als drei Monate vergehen, kommen vielleicht noch fünf von 45 Mitarbeitern zurück“, meint Hagn.

Löwenbräu-Sprecher Bartelt betont: „Wir haben großes Interesse am Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur und investieren jährlich größere Beträge.“ Es gebe keine weiteren Pachtobjekte in dieser Größenordnung, bei denen Verträge auslaufen.

Bettina Stuhlweissenburg

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