Nach Riesen-Andrang am Mittwoch

Wiesn-Tische für Münchner nur noch in einem Zelt

München - Das speziellen Wiesn-Tische für Münchner im Schützen-Festzelt gingen am Mittwoch innerhalb weniger Minuten weg. Nur für eine Festhalle gibt es jetzt noch Wochenend-Reservierungen für Einheimische.

Was für ein Ansturm! Dicht an dicht drängte sich Mittwoch Früh um 9 Uhr die Menschenmenge auf dem Bürgersteig der Schillerstraße. Denn: Das Schützen-Festzelt hat seine Wiesn-Tische für Münchner vergeben.

Nach einem Beschluss des Stadtrats auf Vorschlag von Oktoberfestchef und Bürgermeister Josef Schmid dürfen die Wirte ab heuer an den Samstagen und Sonntagen auf der Mittags-Wiesn 15 Prozent der Tische für Münchner freihalten. Die Plätze werden ohne Mindestverzehr vergeben. Voraussetzung: Die Bewerber müssen persönlich in den Festzeltbüros erscheinen - und mit einem Personalausweis beweisen, dass sie in München gemeldet sind.

Am Mittwoch hieß es Schlange stehen für die Tische im Schützen-Festzelt. Knapp 40 Tische gab es laut Angaben von Ludwig Reinbold (28), der zusammen mit Bruder Mathias (29) und Vater Edi (73) das Zelt leitet. Mehr als 300 Wartende wollten einen von ihnen ergattern. Und dafür waren manche Münchner schon um 5 Uhr in der Früh angerückt. Um kurz nach Neun durften die ersten Wartenden ins Büro.

20 Minuten später war der Spuk schon wieder vorbei! Und die Enttäuschung bei so manchem groß. „Uns wurde gesagt, es gibt 40 Tische, dann nur 30. Wir waren Teil der 30 und haben trotzdem keinen Tisch“, sagten die einen. Andere brüllten ins Büro rein: „Was soll der Mist? Könnt ihr das nicht besser organisieren?“

Wirt Ludwig Reinbold verteidigte sich, die Tische seien nicht ihre Idee gewesen: „Das war der Stadtrat.“ Auch ob es die Aktion zukünftig noch einmal gebe, könne er nicht sagen.

Wiesn-Tische für Münchner gibt's noch in einem Zelt

Die Vergabe der Plätze handhabt jeder Wirt anders. In fast allen Zelten wie etwa Hacker, Fischer Vroni oder Schottenhamel sind die Tische mittlerweile weg. Eine Chance haben die Münchner noch in der Bräurosl: Die Familie Heide vergibt ihr Kontingent am ersten Wiesn-Montag, 21. September, um 10 Uhr im Büro des Festzelts. Allerdings nur für den Samstag, 26. September.

Die tz hat mit zwei glücklichen Gewinnern und einem enttäuschten Verlierer gesprochen.

Geschafft

„Ich hab die letzte Karte bekommen. Natürlich freu’ ich mich riesig. Aber ich hab’ auch ein schlechtes Gewissen, dass der Rest nichts gekriegt hat. Ich verstehe die Leute, die seit 5 Uhr hier stehen und genervt sind. Schon bevor ich rein bin, gab’s viele Gerüchte, dass die Tische schon weg sind.“

Felix Orth (26), Amazon-Mitarbeiter, Maxvorstadt

Gescheitert

„Wir waren im Innenhof, aber haben trotzdem keine Karten mehr gekriegt. Die haben gesagt es gibt 40 Tische, aber wir haben nur 27 Leute vor uns gezählt! Ich wollte an einem der letzten Samstage auf die Wiesn. Jetzt heißt es wieder um 5.30 Uhr am Zelt anstehen - Spitze!“

Bene Seitz (27), selbständig, Glockenbachviertel

Geschafft

„Ich hab einen der letzten Tische bekommen - leider nur Sonntag. Am Samstag zum Anstich gibt’s gar nichts mehr, oder gab’s nie. Ich steh hier schon seit 5.50 Uhr. Dass so viele kommen hätte ich nicht gedacht... Aber am Sonntags geht’s ab auf die Wiesn - mit Freunden aus München.“

Ute Schaupp (39), selbständig, Glockenbachviertel

L. Brettmeister, R. Weise

Rubriklistenbild: © Westermann

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