Kein Wiedereinlass?

Wiesn: Stadt plädiert für Raucher-Bereiche

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Raucher unterhalten sich auf einem Raucherbalkon beim traditionellen Promi-Wiesenstammtisch im Hippodrom-Festzelt

München - Kein Wiedereinlass für Raucher auf der Wiesn 2012? Der Wirtschaftsreferent Dieter Reiter will, dass die Wirte "auf die Bedürfnisse ihrer Kunden schauen".

Nachdem die Wirte großer Wiesn-Zelte angekündigt haben, dass es heuer keine Wiedereinlasskarten und -stempel mehr für Raucher geben soll (wir berichteten), hat sich Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent Dieter Reiter dafür ausgesprochen, Kompromisse zu suchen. „Wir sollten die konfliktärmste Lösung suchen“, sagte Reiter unserer Zeitung. „Wir schreiben den Wirten nichts vor, aber sie sollten auch auf die Bedürfnisse ihrer Kunden schauen.“

Reiter machte deutlich, dass er die Regelung des vergangenen Jahres nicht mehr akzeptieren wird. Bei der letzten Wiesn hatten sich die Raucher vor den Zelteingängen gesammelt und Flucht- und Rettungswege blockiert. „Das können wir auf Dauer so nicht hinnehmen“, sagte Reiter. „Wir werden darauf achten, dass der Wiedereinlass von Rauchern nicht zum Sicherheitsrisiko wird.“ Die Stadt habe aber vorerst nicht vor, den Wirten vorzuschreiben, dass sie keine Wiedereinlasskarten ausgeben dürfen. „Wir werden uns das dieses Jahr noch einmal anschauen und dann schlimmstenfalls neue verbindliche Regeln erlassen“, so Reiter, der 2014 für die SPD bei der Oberbürgermeisterwahl antritt. Er habe aber das Gefühl, dass keine Vorschriften nötig sein werden, weil „die Wirte das Thema Sicherheit so ernst nehmen wie wir“.

Reiter sprach sich dafür aus, dass die Wirte Raucher-Bereiche oder -Balkone einrichten, statt komplett auf den Wiedereinlass für Raucher zu verzichten. „Ich glaube, es gäbe charmantere Lösungen – einige Wirte haben ja gezeigt, dass es geht.“ Allerdings würde das wohl bedeuten, dass einige Wirte einen Teil ihrer Biergärten in Raucherbereiche umwandeln müssten. „Wenn man dafür auf 30 Gartenplätze verzichten muss, halte ich das für ein vertretbares Maß an Entgegenkommen“, sagte Reiter.

Während Reiter bei den Raucherregeln noch auf die Einsicht der Wirte setzt, will er Glasflaschen auf der Wiesn verbindlich verbieten. Die Betriebsvorschriften des Oktoberfestes sollen entsprechend geändert werden. „Wir mussten vergangenes Jahr zahlreiche Schnittwunden verzeichnen, weil insbesondere junge Frauen in Flipflops auf die Wiesn gegangen sind und sich an Scherben geschnitten haben“, sagte Reiter. „Das ist ein Sicherheits-, aber auch ein Müllproblem.“ Künftig soll deshalb sowohl der Verkauf als auch das Mitbringen von Glasflaschen verboten sein.

Reiter hofft, damit auch das sogenannte Vorglühen von jugendlichen Besuchern zu reduzieren, die schon vor Wiesn-Öffnung vor den Zelten ausharren und mitgebrachten Alkohol trinken. „Wenn man das Bier vorher in Plastikflaschen umfüllen muss, ist das zumindest stressig“, sagte Reiter. „Aber wir wissen auch, dass wir das Komasaufen nicht allein besiegen werden.“
Eine Regel wird auf der Wiesn 2012 aber auch gelockert: Künftig dürfen die Kapellen in den Zelten vor 18 Uhr wieder etwas lauter spielen. Maximal 90 Dezibel sollen künftig erlaubt sein – allerdings darf tagsüber auch weiterhin nur traditionelle Blasmusik gespielt werden.

Philipp Vetter

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