Reservierungs-Obergrenze soll sinken

So viel kostet ein Wiesn-Tisch

München - Bis zu 85 Euro pro Person kostet eine Reservierung heuer auf der Wiesn. Das soll sich ändern. Schon nächstes Jahr will der neue Wiesn-Chef Josef Schmid eine Obergrenze von 35 Euro einführen.

Update vom 17. Juli 2017: Wie kann ich noch einen Tisch in einem Festzelt reservieren? Und wie geht das überhaupt. Wir haben alle Infos zur Reservierung auf dem Oktoberfest 2017 zusammengefasst.

Für viele Münchner gleicht sie einem Jackpot: eine Reservierung auf der Wiesn. Doch in manchen Zelten braucht man fast noch einen weiteren Lottogewinn, um den Mindestverzehr bezahlen zu können. Bis zu 85 Euro kostet jeder Platz im Weinzelt – macht bei einem Zehnertisch 850 Euro. Auch andere Zelte langen ordentlich hin: im Käferzelt kostet die Abendreservierung 80 Euro, im neuen Marstall 60 Euro und sogar die Fischer-Vroni verlangt 50 Euro. Auch in vielen kleinen Zelten kostet ein Platz abends mehr als 50 Euro (siehe Tabelle). Damit soll ab nächstem Jahr Schluss sein.

Früher galt auf der Wiesn eine einfache Regel für den Mindestverzehr: Zwei Mass Bier und ein Hendl musste jeder Gast abnehmen. Auch heute halten sich viele Wirte noch daran, doch es gibt eben auch immer mehr Ausreißer nach oben. Das will der neue Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU) jetzt ändern und einen Höchstwert festlegen: „Wir wollen die Obergrenze von 35 Euro Mindestumsatz für Reservierungen schon für die Wiesn 2015 einführen“, sagt Schmid unserer Zeitung. „Der Mindestumsatz für eine Reservierung auf der Wiesn sollte grundsätzlich pro Person nicht mehr als der Gegenwert von zwei Mass Bier und einem Hendl sein.“ Das sei in etwa die Menge, die ein durchschnittlicher Wiesn-Besucher verzehre. „Das entspricht etwa 35 Euro und auch das ist schon für eine ganz normale Familie viel Geld“, sagt der Wiesn-Chef.

Schmid geht damit auf Konfrontationskurs mit vielen Wirten. Denn für die ist der Mindestumsatz äußerst praktisch: Schon im Frühjahr und Sommer, wenn die Reservierungen bestätigt werden, müssen in vielen Zelten die Mindestumsätze bezahlt werden – Monate vor der Wiesn. Für die Wirte im Grunde ein zinsloses Darlehen, das künftig deutlich kleiner ausfallen dürfte. „Ich habe Verständnis dafür, dass die Wirte einen Mindestumsatz für Reservierungen brauchen, weil die Leute sonst bei schlechtem Wetter daheim bleiben könnten und die Wirte leer ausgehen“, sagt Wiesn-Chef Schmid, „aber es muss Grenzen geben.“

Noch ist die neue Obergrenze nicht beschlossen. Derzeit haben die Wirte noch die Gelegenheit, zu Schmids Vorstoß Stellung zu nehmen. Doch die sind sich offenbar nicht wirklich einig. Diejenigen, die sich bislang schon an die Faustregel von zwei Mass und einem Hendl gehalten haben, ärgern sich, dass nun wegen einiger Kollegen eine womöglich neue, strengere Regelung eingeführt wird.

Toni Roiderer, Wirt des Hackerzeltes, wäre zwar nicht betroffen, bei ihm kosten Reservierungen schon jetzt maximal 35,40 Euro. Doch als Sprecher aller Wiesn-Wirte versucht Roiderer mit der Stadt einen Kompromiss zu finden. „Wir haben volles Verständnis, dass die Stadt im Innenraum der Zelte eine Obergrenze einführen will“, sagt Roiderer unserer Zeitung. Doch in den Boxen und auf den Galerien müsse auch weiterhin ein höherer Mindestverzehr möglich sein. „Das ist wie im Stadion, im Flieger oder in der Oper: Da kosten die besseren Plätze auch mehr“, sagt Roiderer. Außerdem soll die Stadt darauf verzichten, einen konkreten Betrag in Euro und Cent als Höchstwert festzulegen. Vielmehr solle der Mindestverzehr von zwei Mass und einem Hendl festgeschrieben werden.

Der Vorschlag der Wirte ist aus ihrer Sicht klug gewählt. Denn seit vergangenem Jahr gelten auf der Wiesn neue Reservierungsregeln: Früher mussten bestimmte Prozentsätze des Mittelschiffs und der Boxen frei bleiben, inzwischen bezieht sich die Regelung nur noch auf die Gesamtzahl der Plätze eines Zeltes. Die Änderung war nötig geworden, weil immer mehr Wirte die Mittelschiffe verkleinert hatten, um mehr Plätze reservieren zu können. Wenn die Obergrenze beim Mindestverzehr nur für die Mittelschiffe eingeführt würde, wären davon großteils die Plätze betroffen, die ohnehin nicht reserviert werden.

Philipp Vetter und Moritz Homann

So viel kostet ein Wiesn-Tisch

Festhallen

Armbrustschützenzelt

38,10 Euro

2 Mass Bier à 10,05 Euro
1 Essensgutschein à 10 Euro
1 Essensgutschein à 5 Euro
1 Brotzeitbrettl anteilig 3 Euro

Augustiner-Festhalle

29,55 Euro

2 Mass Bier à 9,80 Euro

1 halbes Hendl à 9,95 Euro

Bräurosl

30,50 Euro

2 Mass Bier à 9,95 Euro

1 halbes Hendl à 10,60 Euro

Fischer-Vroni

50 Euro

2 Mass Bier à 10 Euro

3 Wertgutscheine à 10 Euro

Hacker-Festzelt

30,40 Euro

2 Mass Bier à 9,95 Euro

1 halbes Hendl à 10,50 Euro

Hofbräu-Festzelt

30,30 Euro

2 Mass Bier à 9,95 Euro

1 halbes Hendl à 10,40 Euro

Käfer Wiesn-Schänke

80 Euro

Verzehr- und Getränkegutscheine

Löwenbräu-Festzelt

30,70 Euro

2 Mass Bier à 10,10 Euro

1 halbes Hendl à 10,50 Euro

Marstall

60 Euro

Menügutschein

Ochsenbraterei

30,40 Euro

2 Getränkegutscheine à 9,90 Euro

1 Verzehrgutschein à 10,60 Euro

Paulaner-Festzelt

39,90 Euro

2 Mass Bier à 9,95 Euro

2 Verzehrgutschein à 10 Euro

Schottenhamel

30,70 Euro

2 Mass Bier à 10,10 Euro

1 halbes Hendl à 10,50 Euro

Schützen-Festzelt

30,60 Euro

2 Mass Bier à 10,05 Euro

1 halbes Hendl à 10,50 Euro

Weinzelt

85 Euro

Verzehrgutschein

Cafézelte

Bodos Cafezelt

40 Euro

Verzehr- und Getränkegutschein

Cafe Baldassa

keine Reservierungs-

bedingungen

Cafe Kaiserschmarrn

55 Euro

Verzehrgutschein

Cafe Mohrenkopf

30 Euro

Verzehrgutschein

Cafe Schiebl

keine Reservierungs-

bedingungen

Wiesn Guglhupf

keine Reservierungs-

bedingungen

Mittelbetriebe

Ammer

58 Euro

Verzehrgutschein

Feisinger's

Kas & Weinstub'n

55 Euro

Verzehrgutschein

Fisch-Bäda

49,90 Euro

Verzehrgutschein

Glöckle Wirt

51 Euro

Verzehrgutschein

Haxenbraterei

45 Euro

Verzehrgutschein

Enten- u. Hühner-

braterei Heimer

40 Euro

2 Mass Bier,

1 halbe Ente, Beilagen

Wurst- und Hühner-

braterei Heinz

46 Euro

Verzehrgutschein

Kalbsbraterei

45 Euro

Verzehrgutschein

Münchner Knödelei

50 Euro

Verzehrgutschein

Poschner's Hühner-

und Entenbraterei

25 Euro

Verzehrgutschein

Vinzenz Murr

Metzgerstubn

54 Euro

Verzehrgutschein

Wildmoser's Hühner-

und Entenbraterei

40 Euro

2 Mass Bier à 9,80 Euro,

1 halbe ENte mit Kartoffelknödel à 20,40 Euro

Wildstuben

55 Euro

Verzehrgutschein

Wirtshaus im Schichtl

55 Euro

Verzehrgutschein

Zum Stiftl

30,85 Euro

2 Mass Bier à 9,95 Euro,

1 halbes Hendl à 10,95 Euro

Zur Bratwurst

49 Euro

Menügutschein

Festhallen Oide Wiesn

Festzelt Tradition

keine Gutschein-abnahme notendig

Herzkasperl-Festzelt

30,30 Euro

2 Mass Bier à 9,90 Euro,

1 halbes Hendl à 10,50 Euro

Museumzelt/Velodrom

keine Reservierungs-

konditionen

Update: Live-Ticker und -Stream zum Auftakt der Wiesn 2014

Am kommenden Samstag werden die Wiesn-Tische voll besetzt sein. Zum Auftakt des diesjährigen Oktoberfests feiert Münchens OB Dieter Reiter seine Anzapf-Premiere. Wer nicht selbst beim Anstich dabei sein kann, hat in unserem Live-Ticker die Möglichkeit, den ersten Tag des Oktoberfests am PC mitzuverfolgen. Ab morgen berichten wir für Sie live jeden Tag von der Wiesn. Auch im BR oder bei münchen.tv werden Sie morgen über das Geschehen auf dem Laufenden gehalten. Wir haben für Sie alle Medienkanäle, die von und über die Wien berichten, in einer Übersicht zusammengestellt.

Rubriklistenbild: © Schlaf Marcus

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