Im Wiesn-Rausch auf Autos eingetrümmert

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Manch einer verträgt das Bier auf der Wiesn einfach nicht...

München - Der 26-jährige Piotr C. wurde vom Landgericht München verurteilt. Er war nach einem Besuch des Oktoberfests ausgerastet. Mehr zum Urteil:

Es kommt häufiger vor, dass Männer ausrasten und randalieren, nachdem sie auf der Wiesn ein paar Mass getrunken haben. Doch der ansonsten gänzlich unbescholtene Piotr C. ging dabei zu weit und hatte letztlich viel Glück, dass er niemanden ernsthaft verletzt hat: Mit einem Absperrpfosten hatte er mit voller Wucht die Windschutzscheiben von zwei vorbeifahrenden Autos zertrümmert. Vor dem Landgericht München kam er am Dienstag mit einer Geldstrafe von 1875 Euro wegen vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr davon.

Es muss ein Schock gewesen sein für die italienische Familie und für den Taxifahrer mit seinen Fahrgästen, als am 27. September 2009 plötzlich die Windschutzscheiben barsten. In völlig betrunkenem Zustand hatte der heute 26-jährige Piotr C. einen Pfosten, den er in Höhe der Bayerstraße 36 aus der Verankerung gerissen hatte, auf die Autos geknallt. Zunächst traf es den BMW einer Familie aus Italien, deren Fahrer später über einen Glassplitter im Auge klagte. Kurz darauf donnerte Piotr C. den Pfosten auf ein Taxi, das langsam die Bayerstraße entlang fuhr.

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Ernsthaft verletzt wurde glücklicherweise niemand. „Doch der Angeklagte hat die Gesundheit von sieben Menschen gefährdet“, heißt es bereits in dem Urteil des Amtsgerichts vom Juni dieses Jahres. Das hatte Piotr C. noch zu 6750 Euro Geldstrafe verurteilt, nachdem er gegen einen Strafbefehl über 3600 Euro Einspruch eingelegt hatte. Weil der Mann, der in Polen beim Bau von Fußballstadien hilft, inzwischen weit weniger Geld verdient, senkte das Landgericht in zweiter Instand die Geldstrafe auf 125 Tagessätze à 15 Euro.

Warum Piotr C. an jenem Abend so ausgerastet ist, ließ sich nicht mehr klären. Er selbst berief sich auf Erinnerungslücken, weiß von dem Vorfall angeblich nichts mehr. „Das Bier auf dem Oktoberfest ist stärker als gewohnt“, erklärte sein Verteidiger dazu. „Und das eigentliche Problem sind wohl die Einheiten als Mass.“ Fünf von denen hatte Piotr C. bei seinem Wiesnbesuch getrunken und damit wohl weit mehr, als er vertragen kann. Mehr als zwei Promille ergab eine Blutentnahme nach seiner Auto-Attacke.

„Ich möchte mich für mein Benehmen entschuldigen“, sagte Piotr C. „Ich hoffe, dass sich das nicht mehr wiederholen wird.“ Und sein Verteidiger meinte: „Er hat sich verleiten lassen, ansonsten hat er sich bisher immer gut geführt.“ Sein Mandant sei ein aufrechter Bürger, der sich bisher nichts zu Schulden habe kommen lassen. So ähnlich sah es auch das Landgericht München. Richter Boxleitner: „Es handelt sich um eine Straftat, die er als Nüchterner nicht begehen würde.“

Von Bettina Link

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