Wiesn: Ein Prosit auf den Profit

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Das Oktoberfest kann vor allem für ausländische Besucher teuer werden.

München - Die Wiesn und das liebe Geld: Das größte Volksfest der Welt ist auch eine Profit-Veranstaltung. Die rund sechs Millionen Besucher geben in zwei Wochen etwa 830 Millionen Euro in München aus.

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Das Oktoberfest in Zahlen

Kaum zu glauben – aber das Münchner Oktoberfest schreibt rote Zahlen. Von den Wirten und Schaustellern hat die Stadt München zwar als Veranstalterin im vergangenen Jahr 3,85 Millionen Euro kassiert – doch die Gesamtkosten stiegen auf 4,20 Millionen Euro. Dennoch: Inzwischen ist die Wiesn ein Schaufenster für sämtliche Branchen, wie der bayrische Wirtschaftsminister Martin Zeil sagt. „Das Oktoberfest besitzt eine starke Strahlkraft für die gesamte bayrische Wirtschaft“, sagt Zeil. „Die Wies­n ist auch ein Beschäftigungsmotor“, sagt Festleiterin Gabriele Weishäupl. Der Imagegewinn lässt sich schwer beziffern. Unterm Strich macht München jedes Jahr einen satten Gewinn. Die tz zählt auf, wer alles in welchem Maße vom Oktoberfest profitiert:

Gastronomie: Die rund sechs Millionen Besucher geben in zwei Wochen etwa 830 Millionen Euro in der Stadt aus. Der durchschnittliche Besucher lässt sich den Spaß 54 Euro kosten, so Wolfgang Nickl vom Wirtschaftsreferat. Bis Wiesnende haben die Gäste 6,6 Millionen Maß Bier getrunken, eine halbe Million Hendl und 25 Tonnen Fisch gegessen. Allein das staatliche Hofbräuhaus erreicht mit dem an Wirte, Einzelhandel und ins Ausland gelieferten Festbier deutlich über zehn Prozent seiner Jahresproduktion.

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Fahrgeschäfte: Für Achterbahn, Riesenrad und andere Attraktionen berappen die Besucher rund 324 Millionen Euro. Hotels & Pensionen: Die 50 000 Hotelbetten in München sind während des Oktoberfests ausgebucht – trotz Zuschlägen bis zu 300 Prozent. Für das erste Wochenende hatte die Zimmervermittlung am Freitag gerade noch vier Hotels im Angebot. Fast 20 Prozent der Oktoberfest-Besucher reisen aus dem Ausland an. Die Hotels nehmen laut Nickl in diesen beiden Wochen mehr als 300 Millionen Euro ein.

Einzelhandel, MVV & Taxis: Auf dem Weg durch die Stadt machen die Besucher rund 205 Millionen Euro locker, für Einkäufe, Taxi, U-Bahn und Verpflegung.

Arbeitsmarkt: Auf dem Oktoberfest arbeiten 8000 Festangestellte und 4000 Aushilfskräfte.

Stadtwerke: Die Stadtwerke benötigen während der Wiesn für U-Bahn, Tram und Zelte 2,6 Millionen Kilowatt Strom und 108 Millionen Liter Wasser zusätzlich.

Stadt München: Wie viel Umsatz- und Gewerbesteuer das Oktoberfest letztlich in die Kassen der Stadt spült, ist kaum aufzuschlüsseln. Aber die Wiesn ist „schon ein interessanter Faktor“, sagt Nickl. Und selbst die roten Zahlen beim Veranstaltungsetat sind nur eine Momentaufnahme: Im mehrjährigen Durchschnitt liegen die Einnahmen sechs Prozent höher als die Kosten.

rl.

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