Wiesn: Mehr Kameras, mehr Festnahmen

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Mit 17 Kameras kann die Polizei heuer die Theresienwiese überwachen – zwei mehr als im letzten Jahr.

München - So entspannt die Wiesn ist: Es gibt auch heuer Taschendiebe und Maßkrugschläger. Zwar stieg die Zahl der Straftaten im Vergleich zu 2008 nur leicht an. Die Polizei konnte aber deutlich mehr Täter festnehmen. Ein Erfolg der ausgebauten Videoüberwachung.

Der erste Oktoberfestmontag war für die Polizisten der Wiesnwache ein verhältnismäßig ruhiger Tag. 78 Straftaten verzeichneten die Beamten, nur zwei mehr als im vergangenen Jahr. Damit stieg die Zahl der insgesamt registrierten Verbrechen in den ersten drei Tagen der Wiesn auf 380, 25 mehr als 2008. „Der leichte Anstieg lässt sich vor allem auf das gute Wetter zurückführen“, erklärte Polizeisprecher Wolfgang Wenger, „wenn mehr Besucher auf die Wiesn kommen, passiert auch mehr.“

So haben Sie die Wiesn noch nie gesehen

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Doch während nur wenige Straftaten mehr verzeichnet wurden, stieg die Zahl der Festnahmen deutlich an. Registrierte die Polizei 2008 an den ersten drei Tagen 126 sogenannte freiheitsentziehende Maßnahmen, sind es heuer 206. Eine Steigerung um 63 Prozent. Besonders oft gelang es, Taschendiebe und Drogendealer zu erwischen.

Die Polizei erklärt diese Entwicklung mit einer leicht erhöhten Präsenz von Polizeibeamten auf der Theresienwiese, vor allem aber mit dem Ausbau der Videoüberwachung auf dem Oktoberfest. Heuer haben die Beamten 17 Kameras im Einsatz, zwei mehr als im vergangenen Jahr. „Der Bereich hinter den Zelten ist jetzt besser überwacht“, sagte Wenger. Dort legen sich besonders häufig Betrunkene hin, um ihren Rausch auszuschlafen. Das versuchen vor allem Langfinger und Grapscher auszunutzen, die die Polizei aber nun im elektronischen Auge hat. Auch viele Wirte überwachen ihre Zelte inzwischen mit Kameras, um den Sicherheitsdienst zu brenzligen Situationen dirigieren zu können.

Durch die Kameras auf der Wiesn konnte die Polizei auch mehrere Straftaten verhindern, indem sie aggressive Situationen rechtzeitig erkannte und entschärfen konnte. An den ersten drei Tagen konnten die Beamten bereits 35 Personen in Gewahrsam nehmen, bevor überhaupt eine Straftat begangen wurde.

Polizeisprecher Wolfgang Wenger betont, dass der bisherige Erfolg nicht allein durch die neuen Kameras möglich wurde. Auch die Präsenz der Beamten in Uniform und in Zivil sowie Besucher, die umgehend die Polizei alarmieren, hätten dazu beigetragen.

Philipp Vetter

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