Wiesn-Knaller: Was es zum Jubiläum Neues gibt

Das Augustiner-Zelt soll wieder einen Bierturm bekommen

München - Zur Jubiläums-Wiesn können sich die Münchner auf ein ganz besonders schönes und aufwendiges Oktoberfest freuen. Das ist heuer neu.

Das Winzerer Fähndl hat einen, das Löwenbräuzelt ebenso – und heuer zur ­Jubiläums-Wiesn bekommt auch das Augustinerzelt – einen Turm. Wieder, muss man sagen, denn bis zum Zweiten Weltkrieg hat ein stattlicher Aufbau den Gästen den Weg gewiesen.

Wie die tz erfuhr, wird auch der neue, nach historischem Vorbild gestaltete Turm schon von Weitem sichtbar sein: 25 Meter hoch mit einer Grundfläche von sechs mal sechs Metern und einem Bierfasslager im ersten Stock.

„Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Turm nicht wieder aufgebaut“, sagen die Augustiner-Chefs Jannik Inselkammer und Werner Mayer. „Und wir haben uns gedacht: Jetzt war das Zelt so lange ohne Turm, da behalten wir uns den Wiederaufbau für ein besonderes Datum wie die Jubi­läums-Wiesn vor.“ Das einstige Erkennungszeichen, das ab 1926 das 49 Meter breite und 80 Meter lange Zelt zierte, geriet also nie ganz in Vergessenheit. „Zur Erinnerung haben wir auf Plakaten weiterhin den Turm gezeigt“, sagt Werner Mayer.

Imposant und festlich beleuchtet wird der neue, alte Turm zugleich eine wichtige Funktion erfüllen: Im ersten Stock wird das Bierfasslager für Schänke Nummer 6 untergebracht sein.

Das Augustinerzelt ist das einzige, das sein Bier noch aus Holzfässern, genauer aus 200 Liter fassenden „Hirschen“, ausschenkt. In der Nähe jeder Schänke ist ein gekühltes Lager – die Schankkellner können die Fässer bei vollem Betrieb ja nicht durchs ganze Zelt rollen.

Noch weniger können sie die etwa 300 Kilo schweren Hirschen vom ersten Stock des Turms hinunterschleppen. „Das übernimmt unser neuer Holzfass-Aufzug an der Außenfassade“, sagt Inselkammer. Für alle sichtbar wird künftig also nicht nur der Turm sein, sondern dank Holzfass-Aufzug auch die Bierpflege, die Münchens Kultbrauerei in Zeiten von XXL-Biertanks immer noch betreibt.

Simone Herzner

Was sich alles ändert

- Die wohl größte Neuerung steht im Winzerer Fähndl an. Wie berichtet, baut Paulaner ein völlig neues Zelt mit einer zentralen Bierversorgung per unterirdischer Ringleitung. Sollten beim Volksentscheid am 4. Juli das moderate Rauchverbot fallen, hat Paulaner auch schon eine Lösung für eine rauchfreie Zelt-Atmosphäre.

- Auch Hippodrom-Wirt Sepp Krätz hat sich auf das drohende Rauchverbot auf der Wiesn vorbereitet. Den Gästen steht heuer ein 75 Quadratmeter großer Raucher-Balkon im ersten Stock zur Verfügung. Außerdem wartet das Hippodrom mit zwei neuen Flirt-Bars auf.

- Zum Jubiläum demonstrieren Stadt, Brauereien und Wirte Einigkeit. Heuer wird es anders als sonst keine zwei Wiesn-Krüge geben (einen von der Stadt, einen von den Wirten). „Wir bringen gemeinsam einen besonders schönen Jubiläums-Krug mit historischem Motiv heraus“, sagt Wirte-Sprecher Toni Roiderer.

- Am zusätzlichen Wiesn-Montag, dem 4. Oktober, spendieren die Schausteller eine Gratis-Stunde in ihren Fahrgeschäften.

- Auf den Zufahrtswegen zur Wiesn werden heuer Blumenkübel und Betonschwellen aufgestellt. Diese künstlichen Hindernisse sollen es Terroristen erschweren, mit Sprengstoff-Lkw auf das Festgelände zu gelangen. Nächstes Jahr sollen versenkbare Poller eingebaut werden.

- Bräurosl-Wirt Georg Heide lässt für seine 230 Wiesn-Bedienungen anlässlich des 200. Jubiläums neue Dirndl und Westen in Tirol schneidern.

- Familien mit Kindern können heuer erstmals bei der Fischer Vroni einen Familientisch für vier Personen reservieren. Montag bis Donnerstag zwischen 14 und 17 Uhr bekommen die Kinder ein alkoholfreies Getränk kostenlos. Mindesteinsatz für die Reservierung: 10 €.

- Im Weinzelt gibt es Mittags ein günstigeres Jubiläums-Menü für 23 €, Die Münchner Großmetzgerei Vinzenz Murr kehrt heuer nach zwei Jahren Pause wieder mit ihrem Stüberl-Zelt auf das Oktoberfest zurück.

WE/SH

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