Heuer drohen Sanktionen

Wiesn-Mass: So schlecht wurde 2012 eingeschenkt

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Volle Masskrüge: Darauf soll man sich in diesem Jahr verlassen können.

München - Schluss mit schlecht eingeschenkten Masskrügen auf dem Oktoberfest: Mit intensiven Kontrollen will die Stadt München heuer gegen die nachlässige Schankmoral auf der Wiesn vorgehen.

Donnergrollen über der Theresienwiese! KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle droht jetzt den Wirten: „Schenkt die Mass’n besser ein!“ Das sei seine letzte Warnung: „Sonst werden wir im nächsten Jahr energischer vorgehen und Sanktionen gegen die Wirte verhängen!“ Jetzt wird’s bierernst!

 

Wiesn 2012: Wo wie eingeschenkt wurde

Zelt Schnitt Schlechteste
Mass
Schaden für den Kunden
Löwenbräuzelt 0,94 l 0,89 l 0,52 €
Hackerzelt 0,92 l 0,86 l 0,71 €
Hippodrom 0,90 l 0,88 l 0,97 €
Bräurosl 0,88 l 0,79 l 1,12 €
Ochsenbraterei 0,87 l 0,79 l 1,17 €
Armbrustschützenzelt 0,87 l 0,86 l 1,18 €
Augustiner 0,86 l 0,74 l 1,31 €
Fischer Vroni 0,86 l 0,79 l 1,34 €
Winzerer Fähndl 0,84 l 0,79 l 1,54 €
Schützenzelt 0,84 l 0,79 l 1,52 €
Schottenhamel 0,81 l 0,76 l 1,84 €
Käfer´s Wiesn-Schänke 0,80 l 0,75 l 1,93 €

Nicht einmal jeder fünfte Masskrug sei 2012 voll eingeschenkt worden (siehe unten), wetterte der Kreisverwaltungsreferent gestern bei einer Pressekonferenz. „Die volle Mass ist die Ausnahme geworden, die Toleranz ist die Regel.“ Dabei sei der Wirt verpflichtet, eine volle Mass auszuschenken. Und dafür soll er nun auch in die Verantwortung genommen werden.

Zur Erklärung: Die bisherige Regelung sieht vor, dass zuerst der Schankkellner bestraft wird. Dieser bekommt bei einem Verstoß zunächst eine mündliche und bei Nichtbeachtung eine schriftliche Verwarnung. Wenn er dann wieder nichts ändert, erhält er ein Beschäftigungsverbot. Bei mehr als drei Beschäftigungsverboten in einem Zelt wird ein Bußgeldverfahren gegen den Wirt eingeleitet.

Die Wiesn-Bierpreise seit 1810

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Vergangenes Jahr gab’s 28 mündliche und vier schriftliche Verwarnungen gegen Schankkellner. Daniela Schlegel vom KVR: „Faktisch stoppt das Verfahren immer bei der Entlassung des Schankkellners. Der Wirt selbst wird so gut wie nie belangt.“ Das soll sich nun ändern. Falls sich die Schankmoral heuer nicht bessert, kündigt Blume-Beyerle an: „Das KVR wird künftig schon früher Bußgelder erlassen und auch direkt die Wirte in die Pflicht nehmen.“ Wie genau sich das Verfahren 2014 ändern würde, lässt das KVR offen. „Noch hoffen wir ja, dass sich die Schankmoral heuer ändert …“

Das war eine Kampfansage an die Wirte! Und was sagen die? „Meine Kollegen und ich werden heuer noch genauer draufschauen, dass die Kellner besser einschenken“, sagt Wirtesprecher Toni Roiderer (Hackerzelt) zur tz. Er zweifelt aber an: „Die Kontrolleure messen doch eh nur die schlecht eingeschenkten Mass’n …“

nba/cmy/jam

Besucher, Bier & Bares: Die Wiesn in Zahlen

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