Wiesn: Heuer von Anfang an Flugverbot

Die Poller stehen schon, jetzt werden sie noch mit Plakaten beklebt (wie hier rechts). schlaf

München - Knapp eine Woche vor Beginn der Wiesn hat die Stadt angefangen, die ersten Straßen rund ums Festgelände zu sperren. Das Sicherheitskonzept zum Schutz vor Terroranschlägen sieht einen dreiteiligen Sperrring vor - und ein Flugverbot.

Ab sofort müssen Verkehrsteilnehmer rund um die Theresienwiese mit Einschränkungen rechnen. Die Stadt hat bereits damit begonnen, die Straßen rund ums Festgelände abzusperren. „Die Zufahrtssperren sind zum Teil schon aufgestellt“, sagt ein Sprecher des Baureferats. Das ginge nicht von heute auf morgen. „Dafür müssen wir allein 150 Verkehrszeichen baulich verändern.“ Wann genau welche Straße gesperrt wird, konnte der Sprecher allerdings nicht beantworten.

Sehen Sie hier den dreiteiligen Sperrring

Nachdem es im vergangenen Jahr Terrordrohungen von El Kaida gegeben hatte, mussten die Verantwortlichen ihr Sicherheitskonzept für die Wiesn nochmals überarbeiten und erstmals drei Sperrringe um das Festgelände eingerichten. Dabei bleibt es auch in diesem Jahr. Mit mobilen Barrieren und Beton-Pollern wollen die Sicherheitskräfte verhindern, dass Attentäter mit einer Autobombe aufs Oktoberfest fahren können. Dieser innere Sperrring wird direkt am Rand um die Theresienwiese führen. Die Poller stehen größtenteils, manche sind sogar schon plakatiert - das soll weniger martialisch wirken.

Der Sicherheitsring um die Wiesn

Sicherheitsring: So schützt die Polizei das Oktoberfest

Flugverbot über der Theresienwiese

Das Bundesverkehrsministerium hat für die Jubiläumswiesn wieder ein Flugverbot über dem Festgelände verhängt. Während des Oktoberfestes dürfen private Flugzeuge und Helikopter in einem Radius von 3,8 Kilometern rund um die Theresienwiese nicht niedriger als 860 Meter fliegen. Ausgenommen sind nur Flüge der Polizei sowie des Rettungsdienstes. Das Verbot tritt am Tag der Eröffnung der historischen Wiesn am Freitag, 17. September, um 8 Uhr Ortszeit in Kraft und endet am Dienstag, 5. Oktober, um 1 Uhr Ortszeit nach dem Ende der Jubiläumswiesn. Im vergangenen Jahr war erstmals seit 2001 wieder ein Überflugverbot über die Wiesn beantragt worden. Grund dafür war ein Werbeflugzeug, das sehr niedrig über dem Festgelände gekreist war und damit Panik unter einigen Oktoberfestbesuchern verursacht hatte. In den Jahren zuvor war von der Stadt kein Verbot beantragt worden. Im Jahr 2001, als die Wiesn kurz nach den Anschlägen vom 11. September stattfand, galt schon einmal ein Überflugverbot.

pv

Große Einschränkungen für den Verkehr bringt vor allem der Mittlere Sperrring am Bavariaring und der Theresienhöhe. Der Bereich bleibt während der Wiesn komplett für den Verkehr gesperrt. Auch Taxis und Rikschas dürfen dort nicht hineinfahren oder auf Kundschaft warten. Hier gilt ein absolutes Halte- und Parkverbot. In diese Sperrzone hinein dürfen nur Anwohner, die nicht anders zu ihren Wohnungen kommen und einen Privatparkplatz im Sperrgebiet haben, sowie Lieferanten. Diese müssen für den auf der Grafik rot gekennzeichneten Ring extra einen Sonderausweis beim Kreisverwaltungsreferat beantragen. An wenigen Straßen gibt es Durchlassstellen (siehe Grafik). Dort entscheidet die Polizei im Einzelfall, welche Fahrzeuge sie durchlässt. Wenn dort so genau wie im vergangenen Jahr kontrolliert wird, könnte es zu längeren Wartezeiten kommen. Die zum Bavariaring und zur Theresienhöhe führenden Straßen werden zur Festwiese hin mit mobilen Schranken gesperrt, die eine Durchfahrt unmöglich machen sollen. Die Straßen werden zu Sackgassen umfunktioniert, die Einbahnstraßenregelung wird aufgehoben. In den dritten, so genannten äußeren Sperrring - auf der Grafik lachsfarben gekennzeichnet - geht es nur über so genannte Anlieger-Vorsperren, die sich an den Zufahrten zu den angrenzenden Vierteln befinden, von der Trappentreu-, Landsberger und Bayerstraße über die Paul-Heyse-, Herzog-Heinrich- und Lindwurmstraße hinüber zur Ridlerstraße.

Die Wiesn-Plakate seit 1952

Die Wiesn-Plakate seit 1952

In den Äußeren Sperrring dürfen nur Anlieger und deren Besucher sowie Lieferanten und Kunden. Besonders betroffen ist das ganze Neubaugebiet an der Alten Messe. Die Hans-Fischer-Straße bleibt von der Wiesnseite her gesperrt und ist nur über die Radlkoferstraße zu erreichen. Wohnmobile dürfen den gesamten äußeren Sperrring nicht befahren.

Bettina Link

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