Wiesn: Edel-Puff schwärzt die Taxler an!

+
Ein Münchner Edel-Puff wirft den Taxifahrern vor, horrende Kopfgelder für Freier zu kassieren.

München - Die Wiesn ist für die Münchner Bordelle jedes Jahr ein gutes Geschäft – allerdings ein hart umkämpftes. Deshalb zahlen einzelne Clubs ein sogenanntes Kopfgeld an Taxifahrer, wenn sie Gäste in ihr Etablissement kutschieren.

Lesen Sie auch:

Taxler warnen vor Abzocke auf der Wiesn: Immer mehr private Fahrer

Bis zu 120 Euro sind drin – pro Gast! Das Edel-Bordell Pascha im Osten Münchens warnt jetzt seine potentiellen Besucher vor Münchens Taxlern. Auf seiner Internetseite schreibt der Sex-Club: „Vorsicht, die Herren – Ihr Taxifahrer ist nicht Ihr Freund. Er empfiehlt Ihnen nicht den „besten Club“, sondern verkauft Sie an den höchst Bietenden“. Deshalb der selbstlose Rat: „Bleiben Sie entschlossen, wenn Sie zu uns wollen, denn wir bieten Ihnen eine Zufriedenheitsgarantie, anstatt Ihrem Taxifahrer ein horrendes Kopfgeld zu zahlen.“

Die harschen Worte haben angeblich ihren Grund: „Bei 200 Testfahrten während der Wiesn 2009 haben Taxler bei 100 Fahrten versucht, den Fahrgästen einen anderen Club schmackhaft zu machen“, klagt Pascha-Leiter Leo E.. „Da wurde behauptet, bei uns sei gerade eine Razzia, wir hätten nur hässliche Mädchen oder geschlossen. Das ist Rufschädigung!“ Ziel sei es gewesen, den Fahrgast in jene Bordelle zu fahren, die die höchste Prämie zahlen.

Bis Ende 2008 hat das Edel-Bordell Pascha nach eigenen Angaben ebenfalls Provisionen an Taxifahrer gezahlt. „Inzwischen gibt es bei uns keine Prämien mehr“, versichert Club-Leiter Leo E. „Als die Kopfgeld-Spirale nach oben ging, sind wir ausgestiegen.“

Bei der Taxi-München eG, dem größten Zusammenschluss der Münchner Taxi-Unternehmer, weiß man von Kopfgeldzahlungen indes nicht viel. „Ich kann solche Zahlungen nicht bestätigen“, sagt Vorstand Reinhard Zielienski der tz. „Dass es in Einzelfällen zu Provisionszahlungen kommt, kann ich aber nicht ausschließen.“

So erotisch können Dirndl sein

So erotisch können Dirndl sein

Weitaus deutlicher wurde seinerzeit der ehemalige Taxi-München-Chef Hans Meißner. „Geradezu kriminell sind aber kaum nochsteigerungsfähige Kopfprämien für Besucher einiger Erotik-Clubs und die Jagdmethoden einiger Nachtfahrer“, schrieb er 2008 im Taxikurier. Als Beispiel nannte Meißner damals ein Bordell in Moosach: „Am Samstag, 9. Februar, fuhren 68 Taxis mit 90 Gästen an. 75 Herren blieben in dem Etablissement, das, wie allgemein bekannt ist, pro Gast 120 Euro bezahlt – macht also 9000 Euro.“

Jacob Mell

Auch interessant:

Lesen Sie auch:

Mehr Luft, mehr Platz: So wird die neue Ochsenbraterei

Mehr Luft, mehr Platz: So wird die neue Ochsenbraterei

Roiderer: „Wir jammern nicht, weil wir gutes Geld verdienen“

Roiderer: „Wir jammern nicht, weil wir gutes Geld verdienen“

Preislimit beim Wiesn-Bier: Entscheidung vertagt

Preislimit beim Wiesn-Bier: Entscheidung vertagt

Die geheime Wiesn-Liste: Wer es geschafft hat - und wer nicht

Die geheime Wiesn-Liste: Wer es geschafft hat - und wer nicht

Kommentare