Wiesn-Debatte über Sperrgürtel: Diese Poller polarisieren

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Gerald Golisch, Melanie Schweiger, Patricia Oancea und Liliane Schäfer äußern sich (siehe unten)

München - Heuer gibt es zum Schutz vor Terror-Angriffen an den Ein- und Ausgängen der Wiesn 50 neue Beton-Poller dazu. An ihnen scheiden sich die Geister.

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Die ersten Beton-Klötze wurden bereits in der vergangenen Woche vom städtischen Baureferat an der Matthias-Pschorr-Straße (Zugang von der Mozartstraße) aufgestellt. Gestern folgten die restlichen. Die Poller bestehen aus je zwei Kanalrohren, die aufeinander gestellt werden. So erreichen sie eine Höhe von etwa zwei Metern. Sie haben einen Durchmesser von einem Meter und tragen auf ihren Köpfen einen Kanaldeckel.

Optisch machen die grauen Riesen zurzeit noch nicht viel her, doch das soll sich bis zum Wiesn-Start ändern. Für das passende Festgewand ist das Tourismusamt verantwortlich. „Wir werden die Poller wie klassische Litfaß-Säulen mit Plakaten bekleben“, sagt Astrid Ganssen vom Tourismus­amt. Alle Plakate werden auf das Oktoberfest Bezug nehmen. Es werden unter anderem Lagepläne mit Schaustellern, Karussells und Bierzelten und das offizielle Oktoberfestplakat ausgehängt.“

Tanja Wolff

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Gerald Golisch, Melanie Schweiger, Patricia Oancea und Liliane Schäfer äußern sich (siehe unten)

An den Pollern scheiden sich die Geister: Während einige Münchner meinen, dass Sicherheitsmaßnahmen nie schaden, bezweifeln andere den Nutzen der Poller.

Ein bisschen beängstigend

„Schön sieht das ja nicht aus, aber ich glaube, wenn das Ganze noch schön beklebt wird, fallen die Betonpoller gar nicht mehr so auf. Ich bin mal gespannt, was da draufkommen soll. Ein bisschen beängstigend und bunkermäßig sehen die zwei Meter hohen Poller schon aus. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie eng das an diesen Eingängen an einem Samstagabend wird.“
Gerald Golisch (43), Ingenieur

Das ist übertrieben

„Ich verstehe nicht genau, was das Ganze bringen soll. Diese ganzen Sicherheitsmaßnahmen finde ich übertrieben. Es wird immer schlimmer. Im vergangenen Jahr haben Polizisten von der S-Bahn zur Festwiese gleich vier Mal meine Handtasche kontrolliert. Ich bin mal gespannt, wie sich das Sicherheitskonzept auf die Stimmung auf der Wiesn auswirkt.“
Melanie Schweiger (21), Studentin

Polizei ist mir lieber

„Wenn hier eine Massenpanik entsteht, dann behindern die Dinger doch nur den Fluchtweg, oder? Solche Sicherheitsmaßnahmen beängstigen anstatt zu beruhigen. Ich fand es allerdings gut, dass im vergangenen Jahr mehr Polizisten im Einsatz waren, da hatte ich weniger Angst, auf dem Heimweg von Betrunkenen belästigt zu werden.“
Patricia Oancea (22), Studentin

Fühle mich eingeengt

„Es gibt überhaupt keine offenen Ein- und Ausgänge mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass das zu einem echten Hürdenlauf werden kann, besonders wenn sich hier Menschenmassen bewegen. Die Betonklötze geben einem ein sehr einengendes Gefühl. Außerdem vermitteln sie für mich eine gewisse Kampfhaltung, dabei sollte man nicht vergessen, dass es auf der Wiesn immer noch darum geht, sich zu amüsieren.“
Liliane Schäfer (31), Kinderkrankenschwester

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