Wiesn-Chefin Weishäupl testet das liebste Wiesn-Souvenir

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Zuckersucht-Chef Bernd Dostler attestiert der Wiesn-Chefin eine schwungvolle Handschrift.

München - Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl ist eine ganz eine Süße – das hat sie kürzlich beim Besuch in der Lebkuchen-Fabrik ­Zuckersucht in Aschheim unter Beweis gestellt.

Chef Bernd Dostler ist einer der großen Lieferanten von Lebkuchenherzen auf der Wiesn. Zur Hochsaison backen und beschriften seine Mitarbeiter 50 000 Herzen pro Tag! Die tz und die Wiesn-Chefin haben der Herzerl-Werkstatt einen zuckersüßen Besuch abgestattet:

Zucker, Mehl und eine spezielle Gewürzmischung – mehr braucht es nicht für den Teig. „Das Geheimnis liegt in der Lagerung“, erklärt Bernd Dostler. Mindestens drei Wochen sollte er ruhen. In dieser Zeit entsteht eine Säure, die den Lebkuchen beim Backen schön luftig macht – wer mag schon steinharte Herzen …

Ein Wiesn-Rundgang mit Gabriele Weishäupl & Co.

Wiesn-Rundgang mit Ude & Co.

Vor dem Backen wandert der Teig in die Walze – und lauter rohe Her­zerl kommen am anderen Ende wieder heraus. „Man muss reichlich Öl hinzufügen, damit der Teig nicht ­kleben bleibt“, erklärt Dostler der Wiesn-Chefin. Neun verschiedene Herz-Größen kann der Chef mit seiner Maschine ausstechen. Sondergrößen werden wie früher von Hand ausgestochen. Das dauert aber viel länger – und hebt den Preis.

Nach dem Backen (20 bis 30 Minuten bei 180 Grad) sind die wahren Künstler am Zug: Die Herzerl-Maler – besser gesagt: Malerinnen. Denn meistens sind es Frauen, weil sie eine schönere Handschrift haben. Jedes i-Tupferl ist wichtig: „Wenn die Schrift nicht passt, ist das ganze Herz nicht schön“, sagt Dostler. Das Bemalen ist nach wie vor reine Handarbeit – das ginge gar nicht mit einer Maschine. Wichtig ist, das Herz vorher mit Weizenstärke zu bestreichen, damit der Zuckerguss hält. Die Herzen sind schließlich zwei Jahre haltbar und ­sollen mindestens so lange schön ausschauen.

Ob Gabi Weishäupl eine gute Her­zerl-Malerin abgibt? Die Wiesn-Chefin bemalt für die tz ein Riesen-Herz. Nicht schlecht – allerdings ist ihr ­Zuckergussverbrauch enorm. Aber nicht, weil sie so viel auf die Herzerl kleckert – das meiste landet im Mund der g’schleckerten Wiesn-Chefin. „Mmh, schmeckt das fein, so schön cremig!“ Der weiße Zuckerguss ist am besten, findet Weishäupl. Rosa und blau sind arg süß.

Süß sind auch die Geschenke von Dostler, die er am Ende der Führung verteilt. Für Gabi Weishäupl hat der Konditormeister ein Herz mit dem Schriftzug „Chefin“ eingepackt – sie verspricht einen Ehrenplatz im Büro. „Der Spruch macht das Herz aus“, findet Dostler. Immer gefragt sind Liebeserklärungen – am besten auf bairisch. Ob „I mog di“ oder „Weilst a Herz hast wia a Bergwerk“ – das Geschäft von Bernd Dostler ist krisensicher: „Kaum ein Mädel geht von der Wiesn ohne Herzerl heim. Das wäre eine Blamage – vor allem für den Mann.“

Das liebste Wiesn-Souvenir

Ob bei uns Münchnern oder bei Touristen: Lebkuchen-Herzen sind das Oktoberfest-Souvenir schlechthin – weit vor Seppl-Hut und Bierkrug! Kaum ein Wiesn-Bua, der seinem Madl nicht ein Herzerl ums Halserl hängt und ihr dabei treu in die Augen blickt. Von „Spatzl“ über „I mog di“ bis „Süßer Wiesn-Fratz“ – die Auswahl an Sprüchen ist schier unbegrenzt. Die Oktoberfest-Besucher haben die Wahl: Rund 100 Herzerl-Standl gibt es auf der Wiesn. Die Betreiber beziehen die ­Herzen hauptsächlich von fünf Lieferanten: der ­Firma ­Zuckersucht (siehe Haupttext) und von den Münchner Produzenten Fesey, Schifferl und Vogler sowie von der Firma Distler aus der Lebkuchenhauptstadt Nürnberg. Genaue Zahlen, wie viele Lebkuchen-Herzen auf der Wiesn über den Tresen gehen, gibt es leider nicht. Aber es müssen zwei bis drei Millionen sein! Die Preise, zum ­Beispiel für ein 200-Gramm-Herz, variieren heuer zwischen 6 und 10 Euro. Tipp: An manchen Standln können die Kunden ihre Herzen individuell beschriften lassen, sogar digitale ­Fotos werden auf Bestellung in Zuckerguss gegossen!

Simone Herzner

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