Bus zur Wiesn? „Bringt nichts“

MVG-Chef König: „Ein Bus kann keine U-Bahn ersetzen.“ ms

München - Die Münchner CSU ist mit ihren Entlastungs-Vorschlägen für die U-Bahn zur Theresienwiese gescheitert. Den geforderten Wiesn-Bus wird es somit nicht geben.

Die Besuchermassen auf dem Oktoberfest bringen den öffentlichen Nahverkehr Jahr für Jahr an seine Grenzen. Die Rathaus-CSU sucht nach Möglichkeiten, die ständig überfüllte U-Bahn-Station Theresienwiese zu entlasten. Die Ideen scheitern jedoch allesamt an der Umsetzbarkeit.

Die Wiesn stand gestern auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses, nachdem die Frage nach neuen Verkehrskonzepten bereits im Vorfeld für Wirbel sorgte. Die CSU hatte sich zunächst für eine Pendeltram stark gemacht, die zwischen Fest und Hauptbahnhof verkehren sollte. Die Verkehrsbetriebe schmetterten den Vorschlag jedoch aus technischen Gründen als „nicht vorstellbar“ ab.

Gestern brachten die Christsozialen dann die Idee eines Shuttle-Busses ins Spiel. „Ein Bus mit 100 Plätzen kann keine U-Bahn ersetzen“, konterte MVG-Chef Herbert König. Außerdem fehle das Personal, der Bus würde im Verkehr steckenbleiben und die Haltestelle müsste aus Sicherheitsgründen mindestens 200 Meter von der Wiesn entfernt stehen. Mit den Worten „sinnlos, bringt nichts, hilft keinem weiter,“ wischte SPD-Stadtrat Helmut Schmid die Vorschläge vom Tisch.

Um den Nahverkehr zu entlasten, will die Stadt heuer ein neues Fußweg-Konzept mit entsprechender Beschilderung einführen (wir berichteten). Die Strecke zwischen Festwiese und Hauptbahnhof sei kürzer als ein Kilometer und keine „unzumutbare Leidensgeschichte“, so Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Dass sich die CSU darüber aufrege, sei „einfach lächerlich“ und „hochgradiger Unsinn“, wütete SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Reissl.

„Wir kommen nicht drum rum, den Leuten zu sagen, dass sie auch zu Fuß gehen können“, resümierte MVG-Chef König. Um die U-Bahn-Station Theresienwiese wirksam zu ertüchtigen, müsste man schon einen weiteren Bahnsteig bauen – für zwei Wochen im Jahr.

Zudem sei das Phänomen nichts Neues, mahnte SPD-Stadtrat Schmid, der nach eigener Aussage seit seinem fünften Lebensjahr aufs Oktoberfest geht. Schmid erinnerte daran, dass der Besucherrekord aus dem Jahr 1985 stammt. „Es war schon immer überfüllt. Und die Leute sind auch schon immer zu Fuß auf die Wiesn gekommen.“  

tom

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