Polizeipräsident berichtet im Landtag

Wiesn-Attentat: Anzeige gegen angeblichen Mittäter

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Der Ort des Attentats nahe des Oktoberfest-Haupteingangs am Abend des 26. September 1980

München - 34 Jahre nach dem Oktoberfest-Attentat gibt es in dem Fall immer neue Fragezeichen. Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer berichtete am Donnerstag, der Neonazi Karl-Heinz Hoffmann habe eine ihm bekannte Person als angeblichen Mittäter angezeigt.

Hoffmann, der Gründer der später verbotenen „Wehrsportgruppe Hoffmann“, habe im Januar dieses Jahres bei der Bamberger Polizei Anzeige gestellt „gegen eine Person, die er kennt, und von der er sagt, sie sei Mittäter am Oktoberfest-Attentat gewesen“, so Schmidbauer am Donnerstag vor dem Rechtsausschuss des bayerischen Landtags. Die Anzeige befinde sich nun bei der Bundesanwaltschaft.

Die Anzeige Hoffmanns ist aber mit Vorsicht zu genießen: Bei der von dem Neonazi beschuldigten Person könnte es sich um einen ehemaligen Spitzel des Verfassungsschutzes handeln, die Anzeige deshalb ein Racheakt sein. Schmidbauer sagte auf Nachfrage lediglich, dazu hätten die Ermittler bislang „keine Hinweise“.

Bei dem Anschlag im Jahr 1980 waren 13 Menschen getötet worden, darunter der Täter: der 21-jährige Gundolf Köhler, selbst ein Anhänger der „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Die Ermittler sehen ihn als Einzeltäter. Daran werden bis heute aber immer wieder Zweifel laut. Der Generalbundesanwalt geht „nach wie vor allen Hinweisen nach, die eine förmliche Wiederaufnahme der Ermittlungen begründen könnten“.

dpa

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