Münchens tapferste Bedienung

Masskrug-Attacke! Doch Natalie arbeitet schon wieder

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Natalie Kilian wurde von einem Masskrug am Kopf verletzt.

München - Seit Mittwoch bedient Natalie Kilian mit Edelweiß-Kopftuch über ihren blonden Haaren. Ein schickes Accessoire, denken die Gäste im Löwenbräuzelt. Doch das täuscht!

Dass die 28-Jährige einen Verband versteckt, ahnt niemand. Am Dienstagabend hat ihr ein italienischer Wiesn-Besucher (23) einen Masskrug auf den Hinterkopf geschleudert. Es grenzt an ein Wunder, dass sie schon wieder Bier durchs Zelt schleppt. Natalie Kilian ist Münchens tapferste Bedienung!

Es ist 19.50 Uhr, als an einem Tisch in Reihe 18 ein Streit ausbricht. „Die Gruppe war davor absolut unauffällig, plötzlich haben sich die Männer gegenseitig mit Bier vollgeschüttet“, erinnert sich die Bedienung. Es kommt zum Gerangel. Natalie will den Sicherheitsdienst holen, dreht dem Tisch den Rücken zu und läuft los. Da passiert es: Ein Sizilianer greift zum Masskrug und wirft ihn auf einen 32-jährigen Landsmann. Der schafft es trotz seines Rausches, sich wegzuducken. Der Masskrug streift ihn nur an der Stirn und fliegt weiter – um dann an Natalies Hinterkopf zu knallen.

Die Bedienung taumelt, Blut fließt über ihre Haare. Am Kopf klafft eine vier Zentimeter lange Platzwunde. „Ich wusste gar nicht, was passiert ist, hatte kaum Schmerzen“, erzählt sie tapfer. Gäste bringen sie zur nahen Schänke und übergeben den Masskrug-Werfer den Sicherheitskräften. Im Klinikum Pasing wird die Wunde genäht. „Ich bekam mit der Zeit immer stärkere Kopfschmerzen.“ Um weitere Verletzungen auszuschließen, schicken die Ärzte sie zur Computertomografie. Dann die Entwarnung: „Mir wurde gesagt, dass ich unglaubliches Glück hatte. Die Platzwunde ist tief, aber sonst wurde nichts verletzt.“

Schon am nächsten Abend steht Natalie Kilian wieder im Zelt – wenn auch nur für vier Stunden. „Ich habe Angst, dass so was wieder passiert. Wenn ich länger gewartet hätte, wäre die nur größer geworden. Und mein Job macht ja Spaß. Nur die Schmerzen müssen verschwinden.“

Beate Winterer

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