Wird 2011 der Wiesn-Besucher-Rekord geknackt?

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Werden heuer ganze sieben Millionen Wiesn-Besucher gezählt?

München - Ein Bilderbuch-Oktoberfest geht dem Ende entgegen: Am letzten - verlängerten - Wochenende wird noch einmal ein Ansturm erwartet. Heuer könnte ein neuer Besucher-Rekord aufgestellt werden!

Der goldene Herbst lässt auf dem Münchner Oktoberfest bei Wirten und Schaustellern die Kassen klingeln: Die Besucherzahl dürfte sich heuer auf die magische Sieben-Millionen-Marke zubewegen. Bei strahlend sonnigem Wetter ging die Festleitung bis zum Freitagabend von einer Zahl um etwa 5,8 Millionen Besucher aus. Bis zum Ende des größten Volksfestes der Welt am Montag könnte noch einmal eine Million Menschen zum Festgelände drängen. “Wir nähern uns am Montag der magischen Marke“, sagte Festleiterin Gabriele Weishäupl am Freitag.

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

Zum Abschluss wird Weishäupl am Montag mit Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (beide SPD) Bilanz ziehen. Im vergangenen Jahr waren zum 200-jährigen Wiesn-Jubiläum 6,4 Millionen Besucher gekommen.

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Ein Grund für den Ansturm war das fast durchweg warme und sonnige Herbstwetter. Nur der erste Sonntag und der folgende Montag waren verregnet. “Ich habe in einem Vierteljahrhundert nicht ein so stabiles Wetter während der Wiesn erlebt“, sagte Weishäupl, die heuer ihre 26. Wiesn als Festleiterin feierte. Bei ihrem ersten Oktoberfest 1985 hatte sie mit 7,1 Millionen die am stärksten besuchte Wiesn aller Zeiten erlebt - und daraufhin die Werbung für das Volksfest eingestellt. Sie wollte nicht mehr Quantität, sondern mehr Qualität.

Einen Schub brachte dem Volksfest heuer die traditionelle “Oide Wiesn“, die mit Volksmusik und historischen Fahrgeschäften vor allem Münchner, ältere Besucher und Familien anlockte. Die Idee zu dem nostalgischen Teil war zur Jubiläums-Wiesn 2010 entstanden; damals kam hierhin eine halbe Million Besucher. Heuer dürften es genauso viele werden. Die “Oide Wiesn“ mache sich auch auf der normalen Wiesn bemerkbar, die “Ballermann-Stimmung“ habe sich abgeschwächt. “Wir merken den Sog der “Oiden Wiesn“ - die Ausstrahlung zieht andere Leute an.“

So schön ist es auf der Oidn Wiesn

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Der Trend zu Tradition und Tracht ist ungebrochen. Bei den Fahrgeschäften hat dies ungeahnte Folgen. Laut Weishäupl berichten Schausteller, dass junge Frauen in Dirndl und mit mühsam drapierten Frisuren nicht so gern in schnelle Fahrgeschäfte steigen. “Die Tracht bremst Tempofahrgeschäfte“, folgert Weishäupl.

Einen Wiesnhit hat die Festleitung bisher nicht festgestellt. Oft habe sie aber den “Gefangenenchor“ aus der Verdi-Oper Nabucco gehört, sagte Weishäupl. Außerdem seien Klassiker gelaufen, von “Fürstenfeld“ bis zum unvermeidlichen “Ein Prosit der Gemütlichkeit“.

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Wiesnhits sorgen auch auf dem Heimweg für gute und friedliche Stimmung: Die Bundespolizei beschallt damit die Wiesnbesucher an der Hackerbrücke auf dem Weg zur S-Bahn. Denn bei großem Andrang sperrt die Polizei alle paar Minuten die Hackerbrücke und teilt dies über Lautsprecher mit. Dazwischen gibt es als Pausenfüller seit dem vergangenen Jahr Wiesnhits. Der Sprecher der Bundespolizeiinspektion München, Berti Habelt, sieht positive Effekte: “Leute, die schunkeln und miteinander tanzen, sind nicht renitent und schlägern nicht.“

dpa

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