Stadtrat einig: Wiesn 2010 wird verlängert

München - Das Oktoberfest 2010 wird um einen Tag verlängert. Eine große Mehrheit des Stadtrats signalisierte heute Zustimmung zu einem entsprechenden Vorschlag von Wirtschaftsreferent Reiter.

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Die Frage hatte für viel Aufregung gesorgt im Stadtrat: Soll das Oktoberfest an seinem 200. Geburtstag um einen Tag verlängert werden? Die SPD hatte dies vorgeschlagen – und war bei CSU und Grünen auf Skepsis gestoßen. Doch inzwischen ist sich die große Mehrheit der Stadtpolitiker einig: Der Zusatztag soll kommen. Die Frage ist nur: Wird die Wiesn einen Tag früher beginnen oder einen Tag später enden?

So haben Sie die Wiesn noch nie gesehen

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16 Tage dauert das Oktoberfest üblicherweise, für die Jubiläumswiesn 2010 ist der Zeitraum vom 18. September bis zum 3. Oktober vorgesehen. Wie berichtet, wollen OB Christian Ude und seine Verwaltung den Montag, 4. Oktober, heuer zum zusätzlichen Wiesn-Tag machen. Das hatte auch Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD) beantragt. Weil sich gestern auch die Rathaus- CSU für diese Lösung aussprach, gilt sie momentan als die wahrscheinlichste.

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Die Stadt plant, dass es an dem Tag keine Reservierungen in den Zelten geben soll. Vielmehr solle es vor allem ein Tag für Münchner und Besucher aus dem Umland werden. „Touristen, die weit weg wohnen, würden an dem Tag gar nicht anreisen“, meint Schmid. Denn wenn es keine Reservierungen gibt, könne man nicht sicher sein, ob man einen Platz bekommt. Einheimische aber könnten spontan auf die Wiesn gehen und Plätze ergattern.

Die CSU will dem Montag als zusätzlichem Wiesntag zustimmen – verlangt aber, dass weitere Details geklärt werden. Unter anderem wollen die Christsozialen prüfen, ob am Zusatztag eine Reservierung speziell für Münchner möglich wäre. Außerdem machen sie sich für familienfreundliche Preise an dem Tag stark.

Grüne und FDP hingegen wollen die Wiesn nicht später enden, sondern früher beginnen lassen. Wiesnauftakt wäre dann am Freitag, 17. September. An diesem Tag soll auch die sogenannte historische Wiesn beginnen. Dabei handelt es sich um ein zusätzliches Fest auf der südlichen Theresienwiese, auf dem ein vielfältiges Programm rund um die Geschichte des Oktoberfests geboten sein soll. Es sei organisatorisch sinnvoller, beide Feste am gleichen Tag beginnen zu lassen, sagten Gabriele Neff (FDP) und Lydia Dietrich (Grüne). Die endgültige Entscheidung über den Zusatztag soll am 3. März in der Vollversammlung des Stadtrates fallen.

Einen wichtigen Beschluss zur Wiesn fassten die Rathauspolitiker schon gestern: Rauchen wird auf dem Oktoberfest 2010 straffrei bleiben – selbst wenn das Nichtraucher-Volksbegehren Erfolg hat und noch vor der Wiesn ein Rauchverbot in Festzelten in Kraft tritt. Zwar sollen die Wirte in dem Fall Verbotsschilder anbringen und ihre Ordner auf das Verbot hinweisen. Raucht ein Gast aber dennoch, werden ihn weder Polizei noch städtische Beamte belangen, sagte Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle.

Das Gesetz gewähre diesen Ermessensspielraum. Blume-Beyerle fürchtet unter anderem Turbulenzen, wenn Ordner in aufgeheizter Bierzelt-Atmosphäre das Rauchen ahnden wollen. 2011 soll es aber keine Extrawurst für die Wiesn mehr geben. Der Stadtrat stimmte zu – gegen die Stimme der ÖDP, die für ein strenges Rauchverbot kämpft.

Johannes Patzig

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Immer konkreter wird die Planung für den historischen Festplatz, der zum 200. Geburtstag der Wiesn im Südteil der Theresienwiese entstehen soll: Unter anderem wird es dort ein historisches Festzelt mit rund 3500 Plätzen geben. Es soll auch einen Tanzboden und Musikpodien bieten. Noch steht nicht fest, wer für die Gastronomie verantwortlich sein wird. Heiße Kandidaten sind die Ratskeller-Wirte Peter Wieser und Toni Winklhofer - sie sind auch die Gastronomen des Zentral-Landwirtschaftsfests, das alle vier Jahre neben der Wiesn stattfindet. „Wir haben uns beworben und sind guten Mutes“, bestätigte Winklhofer unserer Zeitung. Tägliche Pferderennen, wie sie beim Oktoberfest einst stattfanden, wird es auf der historischen Wiesn ebenfalls geben, daneben ein Tierzelt, in dem ein Streichelzoo zu sehen sein wird. In einem Museumszelt sollen unter anderem prächtige Fahrgeschäfte aus frühen Wiesn-Jahren ausgestellt. Musik, Tanz und Theater bietet ein Theaterzelt. Besonderes Schmankerl: Es soll auch einen „Rekommandeur-Wettbewerb“ geben. Rekommandeure sind Anheizer, die vor allem in früheren Zeiten Besucher gekonnt in die Fahrgeschäfte lockten.

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