Plant Sepp Krätz den Absprung aus München?

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Wiesn-Wirt Sepp Krätz hat erneut Ärger mit der Steuerfahndung. Diesmal steht sogar seine Wiesn-Konzession auf dem Spiel.

München - Wiesn-Wirt Sepp Krätz ist wieder einmal im Visier der Steuerfahndung. Für den Gastronom geht es dieses Mal sogar um seine Wiesn-Konzession. Plant er den Wechsel zu einem anderen Fest?

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Langsam wird’s eng für Wiesn-Wirt Sepp Krätz: Steuerfahnder haben erneut das Büro des Top-Gastronomen in seinem Lokal Andechser am Dom durchsucht! Nach dem Einsatz von Steuerfahndern und Zollbeamten am 4. Juli ist das die zweite Razzia bei Krätz! Gegen den 56-Jährigen wird wegen des Verdachts der Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben ermittelt. Es soll dabei um einen sechsstelligen Betrag gehen. Insider werten die erneute Razzia nun als Indiz dafür, dass sich der Verdacht erhärtet hat.

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Auf Anfrage der tz bestätigte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger die Durchsuchung. Zur Sache wollte sie keine weiteren Angaben machen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wartete die Staatsanaltschaft mit einem erneuten Durchsuchungsbeschluss wohl bis Anfang August, weil die behaupteten Tricksereien bei der Bewirtung im ­Freien stattgefunden haben sollen.

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Wie berichtet, war im Herbst 2010 beim Wirtschaftsreferenten der Stadt, Dieter Reiter (SPD), eine anonyme Anzeige eingegangen.Reiter hatte die Unterlagen, die angeblich Belege für unkorrekte Abrechnungen enthalten, an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Wie lange die Ermittlungen noch dauern werden, ließ Oberstaatsanwältin Stockinger offen.

Für Krätz geht es wohl um die wirtschaft­liche Existenz. Dem Groß­gastronomen, der auch die Waldwirtschaft betreibt, droht nicht nur eine Strafe. Sollte sich der Verdacht auf Steuerhinterziehung im großen Stil bestätigen, dann könnte er auch seine Konzession verlieren – für das Hippodrom auf der Wiesn und laut SZ für alle seine Münchner Lokale.

Heuer ist Krätz aber auf der Wiesn. Wirtschaftsreferent Reiter: „Herr Krätz hat eine gültige Zulassung zum Oktoberfest 2011. Es ist nicht zu erwarten, dass diese noch in diesem Jahr durch das Ermittlungsverfahren gefährdet ist.“

Krätz selbst wollte sich nicht äußern.

Nächste Station Gäubodenfest?

Nach den beiden Razzien im Büro von Wiesn-Wirt Sepp Krätz kocht die Gerüchteküche. Besonderen Anlass zu Spekulationen gibt ein Besuch von Krätz in Straubing – beim Gäubodenfest. Der Münchner Groß­gastronom soll sich dabei auffallend nach Details zu Wirten, Zelten und Brauereien erkundigt haben. Bereitet der 56-Jährige einen Wechsel nach Niederbayern vor?

Das Gäubodenfest zählt nach der Wiesn zu den größten Volksfesten in Bayern. Immerhin rund 1,2 Millionen Besucher werden jedes Jahr gezählt. Doch Wirt auf dem Gäubodenfest zu werden, ist fast genauso schwer wie auf der Wiesn. Die Warteliste ist lang – und außerdem genießen Straubinger Wirte einen satten Heimvorteil. Das bestätigte auch Günter Reimann (44), Geschäftsführer der federführenden Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs Gmbh, am Mittwoch der tz. Allerdings, so Reimann, sei es natürlich denkbar, dass hinter den Kulissen gewisse Vereinbarungen getroffen würden: „Darauf haben wir keinen Einfluss.“

Wie auch immer: Für den Fall der Fälle bliebe Krätz ja noch ein anderes Standbein. Denn seit kurzem ist der Wirt erfolgreicher Züchter von edlen japanischen Rindern. Deren direkte Einfuhr aus Japan ist verboten, aber Krätz fand für die Zucht auf dem elterlichen Hof nahe des Ammersees trotzdem einen Weg. Er besorgte sich Embryonen und Stier-Sperma der Wagyu-Rinder in den USA.

tz

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