tz testet neue Reservierungs-Regelung

Wer kriegt die freien Tische auf der Wiesn?

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Im Hackerzelt haben Nina Diehl (23,r.) und Benjamin Wolfinger (28; 2.v.r.) noch überraschenderweise einen freien Platz gefunden.

München - Wie funktioniert die neue Reservierungs-Regelung in den Zelten - gibt es tatsächlich mehr freie Plätze für die Münchner? Die tz hat sich in mehreren Zelten umgesehen.

Was war das für eine Aufregung, als Wiesn-Chef und OB-Kandidat Dieter Reiter (SPD) im Dezember eine neue Reservierungs-Regelung durchsetzte. Zuvor mussten die Wirte nur ein Teil des Mittelschiffes reservierungsfrei halten. Bei dieser Wiesn ist jetzt Montag bis Freitag 25 Prozent Vorschrift, an den Sams-, Sonn- und Feiertagen bis 15 Uhr 50 Prozent, danach 35 Prozent. Die Wirte waren erbost.

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Reiter jubilierte: Durch die neue Praxis gäbe es 150 000 freie Plätze: „Ich will, dass die Münchner bessere Chancen haben, spontan auf die Wiesn zu gehen.“ Aber ist das auch so? Wer bekommt jetzt wirklich die freien Plätze? Die tz hat sich am Montagabend an den erstmals reservierungsfreien Tischen umgesehen – und festgestellt: Tendenziell sind die Gäste da recht jung. An einem Tisch sitzen oft zwei, drei kleine Gruppen. Das Publikum ist höchstens zur Hälfte aus München, viele sind Touristen.

Löwenbräuzelt-Wirt Wiggerl Hagn wundert’s nicht: „Wir haben jetzt mehr junges Samstags-Publikum. Das ist weit weg vom vorherigen Publikum, dass zu 90 Prozent aus dem S-Bahnbereich kam.“

Schottenhamelzelt

An den getesteten Tischen der zirka 1000 zusätzlichen freien Plätze im Schottenhamelzelt sitzen an diesem Abend etwa zur Hälfte Touristen. Für Bedienung Petra (Foto rechts) ist das nur logisch: „Die internationalen Gäste, die hier Urlaub machen, haben schon mittags Zeit, sich die Tische zu schnappen – da arbeiten die Münchner ja noch …“ Der Australier Alex Helby (37, ganz rechts) aus Sydney erzählt: „Wir sind um 11 Uhr mit 14 Mann gekommen und haben zwei Tische nebeneinander bekommen – wir gehen heute nicht mehr weg.“ Die neue Regelung findet er super: „Als ich vor vier Jahren hier war, haben wir im Zelt gar nichts bekommen.“

Wo Wiesn-Gäste ein Nickerchen machen

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Hackerzelt

Überraschung: Im Hackerzelt haben sich tatsächlich vor allem Münchner die freien Plätze gesichert. Nina Diehl (23,r.) und Benjamin Wolfinger (28; 2.v.r.) sitzen schon seit 10 Uhr im Mittelschiff: „Heute ist die Uni ausgefallen …“Die neue Regelung finden sie gut: „Wegen uns könnte das ganze Zelt reservierungsfrei sein!“ 70 bis 100 Euro kalkulieren sie für ihren Wiesn-Tag.

Löwenbräuzelt

Hier sitzt am Montagabend über die Hälfte internationales, meist junges Publikum. Eine Gruppe ist die Feiertruppe um den Innsbrucker Michael Lenz (26, Foto ganz links). „Wir sind um 16 Uhr ohne Reservierung ins Zelt gegangen – und hätten nie gedacht, das wir noch einen Tisch kriegen …“ Dieser Erfolg muss deshalb freilich begossen werden!

Bräurosl

Brasilien, Australien, England, Schwaben: An den 1630 mehr freien Plätze in der Bräurosl sitzen überwiegend Touristen. Eventmanager Michael Riedel (40; v.l.), Madlen Dirr (23) und Lilly Mareis (23) sind aus Ulm mit dem Zug angereist: „So einfach haben wir noch nie einen Platz gefunden! Und eins ist klar: Wir sorgen für genauso viel Umsatz wie die Münchner …“

nba/cmy

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