Wenn die Wiesn zum „festa della birra“ wird

Die Stadt rechnet mit 200 000 Gästen aus Italien.

„Il boccale“ auf dem „festa della birra“ –ist für viele Italiener längst zur Tradition geworden. Doch das klassische Italiener-Wochenende gibt es nicht mehr.

 Zu Abertausenden strömen unsere Nachbarn aus dem Süden jedes Jahr zur Wiesn-Zeit mit Reisebussen und Campingwagen über die Alpen – im Gepäck: gewaltige Vorfreude auf fesche Madl im Dirndl und eine Bierkruggröße, die man im eigenen Land nur schwerlich findet. Und auch in diesem Jahr wird der Strom nicht abreißen: Wie die Stadt München auf Anfrage mitteilte, geht man heuer von mehr als 200 000 trinkfreudigen italienischen Oktoberfest-Gästen aus.

Um Sprachbarrieren mit den Gästen aus dem Süden vorzubeugen, gibt es seit 2005 eine Kooperation zwischen der Münchner Polizei und Kollegen aus dem zweisprachigen Bozen (Südtirol). In diesem Jahr sind fünf Polizisten angereist, um auf der Wiesn und in der Umgebung gemeinsam mit deutschen Beamten Dienst zu schieben. Die italienischen Polizisten werden nicht nur an diesem Wochenende, das seit langem als Italiener-Wochenende bekannt ist, in der Landeshauptstadt sein, sondern auch zum Wiesn-Ausklang. Denn ein einziges Italiener-Wochenende gibt es längst nur noch dem Namen nach.

Zwar werden auch an diesem Wochenende zahlreiche Italiener das Oktoberfest besuchen – doch eine Bündelung wie früher, als die Wiesn im Ausland noch beworben wurde, gibt es nicht mehr. Nur noch ein gutes Drittel reist zum mittleren Wiesn-Wochenende über die Alpen. Von den 200 000 italienischen Besuchern kommen rund 50 000 am ersten und je 75 000 am zweiten und dritten Wiesn-Wochenende, heißt es bei der Stadt.

Benjamin Krischke

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