Gewalt-Vorwürfe gegen Krätz: Stadt verlangt Aufklärung

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Hippo-Wirt Sepp Krätz soll gegen sein Personal am letzten Wiesn-Abend handgreiflich geworden zu sein.

München - Mehrere Bedienungen des Wiesn-Zelts Hippodrom erheben Vorwürfe gegen Sepp Krätz (55): Der Wirt soll handgreiflich gegen Kellner geworden sein!

„Es war Gewalt, mehr als eine Watschn“, sagt Augenzeuge Sascha Schneider (35) der tz. Krätz wollte sich am Mittwoch auf Anfrage nicht äußern, zuvor hatte er die Vorwürfe abgestritten. Doch in einem Video, das kurz nach den Vorfällen entstand und der tz vorliegt, gibt er Fehler zu. Die Stadt fordert jetzt Aufklärung!

Es soll am letzten Wiesn-Abend kurz vor Schankschluss um 22.30 Uhr geschehen sein: Im Hippodrom ist es Tradition, dass die Bedienungen auf die Bühne steigen, „We are the Champions“ singen und sich für ihre harte Arbeit feiern lassen.

Nicht so an diesem 4. Oktober, sagt Sascha Schneider, angehender Lehrer der Fachoberschule und Kellner im Hippodrom. „Eine Hand voll Bedienungen war auf der Bühne. Krätz hat sie beschimpft und vertrieben. Einen hat er am Ohr gezogen und die Treppe runter geworfen, vielleicht fünf Stufen, dass der hingefallen ist. Einen anderen hat er mit Tritten in den Hintern runter gejagt. Einen völlig unbeteiligten Kellner hat Krätz mehrere Faustschläge auf den Hinterkopf verpasst.“

Der gerade erst zum „Gastronom des Jahres“ gekürte Krätz, der auch das „Andechser am Dom“ und die „Waldwirtschaft“ betreibt, äußerte sich am Mittwoch nicht gegenüber der tz. In der SZ hatte er sich mit den Worten zitieren lassen, die Anschuldigungen seien „böswillig“. Gegen seine Anordnung hätten Kellner zehn Minuten vor Schankschluss die Bühne betreten. Er habe sie aber weder beleidigt, noch sei er handgreiflich geworden.

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Kurz nach dem Vorfall aber waren die Kellner so aufgebracht, dass sie Krätz mit lautem Trommeln auf die Arbeitsflächen in die Küche forderten. Die Ansprache wurde auf einem Handy mitgeschnitten. Der Wirt schimpft über die Bedienungen: „Die sind trotzdem oben gestanden, hab ich sie runter geschmissen, die Treppe. Fair oder nicht fair. So.“

Später räumt er ein, dass die Tradition gebrochen wurde, ohne dass er das angekündigt habe. „Das ist das, was ich falsch gemacht hab.“ Bei manchen Bedienungen habe er sich entschuldigt. Im kommenden Jahr dürften er, wenige verdiente Mitarbeiter und eventuell noch die Köche auf die Bühne.

Jetzt wird die Stadt aktiv. Das Wirtschaftsreferat als Veranstalter der Wiesn hat Krätz aufgefordert, sich schriftlich zu den Anschuldigungen zu äußern.

tz

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