Vorsicht! Das ist der fiese Marken-Fälscher

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Filzhut, Jeans, legeres Hemd: So trat der Betrüger am Wochenende auf der Wiesn auf

München - Ein dreister Marken-Fälscher hat etliche weitere Wiesn-Fans übers Ohr gehauen. Der Schaden beträgt mehrere tausend Euro! Seine Fälschungstechnik ist professionell - und seine Verkaufsstrategie ausgetüftelt.

Am Montag der vergangenen Woche war Andreas L. (40) aus Nordrhein-Westfalen noch der Held bei seinen Kumpels. Er hatte kurzfristig einen Wiesntisch inklusive Marken fürs Schottenhamelzelt übers Internet ergattert. Schnell kratzten die Freunde 800 Euro zusammen. Am Freitag in München aber der Schock: Der Mann, der ihnen Tisch und Marken verkauft hat, ist ein dreister Fälscher – und hat noch etliche weitere Wiesn-Fans übers Ohr gehauen. Der Schaden beträgt mehrere tausend Euro!

Die Fälschung: Die Marke ist etwas breiter, die Figur ist dunkler. Aber der Täter hat einen Silberstreifen und auf der Rückseite eine Prägung angebracht.

Am Freitag und Samstag tauchen im Büro des Hofbräuzelts insgesamt zwölf Opfer auf, beim Schottenhamel elf. Alle hatten für eine Reservierung für je 10 Personen bis zu 800 Euro hingeblättert. Aber auf den Namen des Mannes gibt es gar keine Bestellung – er hatte nie reserviert! Die nächste Hiobsbotschaft: Auch die Marken sind gefälscht – täuschend echt, beim Schottenhamel sogar mit Prägung und Sicherheitsstreifen. „Der Täter muss eine echte Reservierung und echte Marken besitzen“, sagt Hofbräu-Juniorwirt Ricky Steinberg. „Sogar der Briefkopf und die Unterschrift bei der Reservierung haben gestimmt, er hat nur Daten und Namen geändert.“

Bei den Hofbräu-Marken fehlt das HB-Logo unten, und die Farben sind etwas anders

So professionell die Fälschungstechnik, so ausgetüftelt ist die Verkaufsstrategie: Opfer Andreas L. hat im Internet bei Ebay gesteigert. „Aber ein anderer hat mich überboten. Daraufhin hat mich der Mann angemailt, er hätte noch mehr Marken.“ Laut Polizei kam der vermeintliche Täter so auch auf seine anderen Kunden. Einigen habe er die Reservierungsbestätigung und die je zwei Bier- und eine Hendlmarke pro Person schon vorab per Post zugeschickt. Andere wie Andreas L. rief er persönlich an, um einen Übergabetermin zu vereinbaren.

Und so warteten Andreas L. und seine Kumpels am Freitag um 14 Uhr vor dem Schützenzelt. „Der Mann kam pünktlich. Er sah aus wie ein typischer Wiesn-Gänger mit Filzhut, Sonnenbrille und nackenlangen helleren Haaren. Ich schätze, er ist etwa 25 Jahre alt. Er war locker, duzte uns und wirkte absolut vertrauenswürdig – wie der nette Student von nebenan.“ Nach der Übergabe habe der Fälscher ihnen auf die Schulter geklopft und viel Spaß gewünscht. „Dann ist er seelenruhig davongegangen.“ Und das, obwohl es hier zu dieser Zeit vor Polizisten nur so wimmelt!

Ein Glück: Eines der Opfer hatte vor der Übergabe ein Foto des Mannes gemacht. Die anderen Opfer konnten diesen auf dem Foto anschließend ebenfalls als ihren Verkäufer identifizieren. Nun ermittelt die Kriminalpolizei. Wer Hinweise zu dem 1,75 bis 1,80 Meter großen Mann geben kann, meldet sich bitte beim Komissariat 77, Telefon 089/291 00.

Andreas L. wird in Zukunft nie wieder übers Internet Tische ersteigern. „Das war mir eine Lehre.“ Er hofft nun wie die betroffenen Wirte-Familien, dass der Täter geschnappt wird. Im Hofbräu-Büro überlegt man, fürs kommende Jahr besser geschützte Marken mit Sicherheitsstreifen wie in den anderen Zelten einzuführen. Ricky Steinberg: „Dieser Täter ist ja leider kein Einzelfall – und die Betrüger werden von Jahr zu Jahr dreister.“

tz

So erkennen Sie die Falle der Betrüger

Wirte-Sprecher Toni Roiderer sagt es so: „Leit, lasst’s die Finger von diesen Geschäften!“ Auch Wirte-Anwalt Richard Seifert rät: Wer übers Internet und nicht über die Reservierungsbüros kauft, laufe Gefahr, viel zu zahlen und am Ende ganz leer auszugehen, da viele Angebote nur Fantasie-Tische seien. „Deshalb nie Tische oder Marken übers Internet kaufen! Auch auf Angebote auf der Straße oder im Biergarten sollten Sie nie eingehen.“ Die Polizei rät, solche Verkaufsversuche sofort der Wiesn-Wache im Servicezentrum hinter dem Schottenhamel zu melden – vielleicht kann der Täter dann noch vor Ort geschnappt werden!

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