Trachtenumzug bei Schmuddelwetter

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Die Zuschauer kamen trotz des Sauwetters zum Trachtenumzug

München - Trotz wolkenbruchartiger Regengüsse lächelten und winkten am Sonntag die rund 9000 Teilnehmer des traditionellen Wiesn-Trachtenumzugs den Zuschauern tapfer zu.

Die Trachtler waren aus ganz Deutschland, aber auch aus Italien, Österreich, Polen und der Schweiz zum Oktoberfest gezogen. Teils mit Regenschirmen ausgerüstet oder in Plastikumhänge gehüllt liefen sie zum Festgelände unter der Statue der Bavaria. Manche Musiker packten auch ihre Instrumente zum Regenschutz in Plastik.

Die schönsten Bilder vom Schützen- und Trachtenzug

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In Ehrenkutschen fuhren Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) mit ihren Frauen mit. Die Kutsche des Ministerpräsidenten zierten weiße und blaue Blumen. Die Kutsche Udes, der bei den Landtagswahlen 2013 Seehofer herausfordern will, schmückten Sonnenblumen, gelbe und weiße Gladiolen. Ude, wegen des Regens für viele ungewohnt mit Hut, hatte am Samstag noch bei strahlendem Sonnenschein mit dem Anzapfen des ersten Bierfasses das größte Volksfest der Welt eröffnet.

Hoch zu Ross führte das Münchner Kindl in Kutte den Zug an. Die Wappenfigur Münchens, verkörpert durch die Tochter des Geschäftsführers vom Festring München, Maria Newrzella, stellte ursprünglich einen Mönch dar. Mehr als 40 bunt geschmückte Wagen, darunter Pferde-Prachtgespanne der Brauereien und ein Ochsengespann, begleiteten die Landsknechte, Fahnenschwinger, Goaßlschnalzer, Gebirgsschützen und Musikkapellen.

Dabei waren auch die Scheffler, die nach der Pest auf den Straßen tanzten, um den Menschen Mut zu machen. Auch die “Bräurosl“ ritt mit - die Brauertochter Rosi soll ihre Mass immer hoch zu Ross getrunken haben. Die Moriskentänzer in ihren mittelalterlichen Kostümen ließen sich vom Regen nicht abschrecken und schlugen auf der Straße Saltos. Die mitmarschierenden Jäger waren mit ihren Lodenmänteln für das Wetter ausgerüstet.

Doch für viele der teils handgenähten und mehrere tausend Euro teuren Trachten war der Regen gar nicht gut. “Es ist schlimm für die Tracht und auch für den Hut, der wird zerstört“, sagte im Bayerischen Rundfunk eine der Schwarzwälderinnen, die mit ihren ausladenen roten und - bei verheirateten Frauen - schwarzen - Bollenhüten mitzogen.

Erstmals wurde der Trachtenumzug 1835 zu Ehren der Silberhochzeit von König Ludwig I und Therese von Bayern zelebriert. Damals sollte er auch der Integration der Volksgruppen im Königreich Bayern dienen. Seit etwa 1950 findet er regelmäßig zum Oktoberfest statt.

dpa

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