Tipps für sicheren Oktoberfest-Besuch

Der „Wiesn-Gentleman“ kennt seine Grenzen

München - Vier Vergewaltigungen und 13 andere Sexualdelikte wurden vergangenes Jahr während der Wiesn angezeigt. Neben Präventionsangeboten für Frauen werden heuer auch Männer angesprochen, um sexuellen Übergriffen vorzubeugen.

Der Verein Condrobs, bayernweit in der Prävention und Suchthilfe aktiv, möchte mit dem Projekt „Wiesn-Gentleman“ dazu aufrufen, die eigenen Grenzen zu kennen und die des Gegenüber zu respektieren. Täglich sind Mitarbeiter auf dem Esperantoplatz vor dem Eingang zum Oktoberfest präsent und gehen auf Besucher zu, kommen mit ihnen ins Gespräch und verteilen Handzettel. „Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber wenn wir nur fünf Menschen zum Nachdenken bringen, ist es schon ein Erfolg“, sagt Frederik Kronthaler, Condrobs-Bereichsgeschäftsführer für die Jugendangebote in München. „Ich habe den Eindruck, wir haben da einen Nerv getroffen.“

Zusätzlich zum Präventivdienst sind an den Wochenenden abends vier ausgebildete Streetworker von Condrobs auf der Festwiese unterwegs. „Wir würden das gern jeden Tag machen“, bedauert Kronthaler, „haben aber die Möglichkeiten noch nicht.“ Der Verein finanziert die Aktion aus Spendengeldern.

Die Streetworker greifen von 19 bis 23 Uhr ein, wenn jemand betrunken und hilfebedürftig ist oder ein Streit zu eskalieren droht. Dabei übernähmen sie aber keine Aufgaben der Polizei und Rettungsdienste, betont Kronthaler. „Für uns ist ganz klar, wann wir uns zurückziehen.“ Die Mitarbeiter stünden jederzeit in Kontakt mit Beamten und Sanitätern.

Auch die Initiatorinnen der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ sprechen sich mit den Mitarbeitern von Condrobs ab. Gemeinsam sind die Initiative für Münchner Mädchen „Imma“ sowie die Präventionsstelle Amyna und der Frauennotruf seit zehn Jahren für die Wiesnbesucherinnen aktiv. Unterstützt von bis zu 30 ehrenamtlichen Studentinnen betreiben sie den Security Point im Servicezentrum der Stadt am Fuße der Bavaria. 162 Wiesngängerinnen suchten dort im vergangenen Jahr Hilfe.

pdwo

Tipps für den sicheren Wiesnbesuch 

Treffpunkt mit Freunden vereinbaren - bevor man auf die Wiesn geht!

Survival Kit: Handy, Schlüssel und Hoteladresse sollte man am Körper tragen - eine Handtasche kann verloren gehen

Achtung, K.O.-Tropfen: Das Getränk nie unbeaufsichtigt lassen!

Alkohol in Maßen: Zwischendurch Nicht-Alkoholisches trinken.

Nein sagen: Eine witzige Situation kann schnell unangenehm werden. Niemand muss sich Anmachen und Grapschen gefallen lassen. Ein klares, lautes "Stopp!" macht klar, dass die Grenze erreicht ist.

Nur in Begleitung von Freunden aus dem Zelt: So steht man nicht alleine davor, wenn es wegen Überfüllung geschlossen wird.

Im Notfall eine konkrete Person oder Personal um Hilfe bitten.

Sicherer Nachhauseweg: Nie mit Fremden oder frischen Bekanntschaften mitgehen. Wenn man sich unwohl fühlt, kann man sich einer gemischten oder einer Frauengruppe anschließen.

Nie auf dem Gelände hinlegen, besser zum Security Point gehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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