Von 17,50 bis 6210 Euro

Gäste rechnen vor: Das lassen wir uns die Wiesn kosten

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Jasmin (24, vorne) hat ihren ganz eigenen Spar-Tipp fürs Oktoberfest: die Buam!

München - Bei einem Oktoberfest-Besuch kommt eine ganz schöne Zeche zusammen! Die tz wollte genau wissen, was die Besucher an einem Wiesn-Tag ausgeben. Diese Gäste haben ihre Rechnung aufgestellt:

547 Euro: Extra Dirndl gekauft

Mira (22) und Samia (22) aus Frankfurt übernachten in München bei Freunden zum Nulltarif. Die Dirndl ­haben sich die Studentinnen am Anstichstag für je 170 Euro gekauft: „Wir wollen ja im typischen Outfit auf die Wiesn!“ Das Drei-Tagesticket für den MVV kostet pro Nase 13,80 Euro. 60 Euro geben beide für Mass und Hendl aus – „und zweimal wurden wir schon eingeladen von den Jungs am Nachbartisch“, grinst Samia. Für weiteren „Wiesn-Schnickschnack“ wie Lebkuchenherzerl, Krügerl und Wäsche­klammern mit Namen drauf geben die Mädls je 30 Euro aus. „Das Geld sollte eigentlich reichen, sonst heben wir noch was ab.“

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500 Euro: Das volle Programm

Geisterbahn fahren, Rosen schießen, ein paar Runden mit dem Riesenrad drehen: Werner Brende (59) und seine Frau Traudl (58) aus Konstanz lassen es auf der Wiesn richtig krachen. „Hier schauen wir nicht aufs Geld – dafür machen wir oft in Deutschland Urlaub.“ Die Zugfahrt kostete 60 Euro pro Person, das Hotel 125 Euro pro Person. Sechs Mass Bier, zwei halbe Hendl und drei Brezen in der Ochsenbraterei schlagen mit knapp 90 Euro zu Buche. „Zum Abschluss trinken wir noch ein Gläschen Sekt und kaufen uns ein Lebkuchenherz“, sagt der Landwirt. „Wenn wir schon mal da sind …“

595 Euro: Eltern bezahlen die Partynacht

„Wir feiern die ganze Nacht!“, schallt es durchs Hackerzelt. Sandro (18), Hansi (24) und Kevin (20) nehmen das Motto wörtlich: Seit 7 Uhr morgens sind sie auf der Wiesn, bis Zeltschluss um 23 Uhr hat jeder sieben Mass Bier intus. Als Grundlage gibt es je ein halbes Hendl, eine Portion Obazda und eine Brezn (ca. 25 Euro pro Person). Nach Zeltschluss ist der Party-Marathon noch nicht zu Ende: Das Trio zieht mit Freunden weiter in den Crowns Club. „Da legen wir zusammen und bestellen für 450 Euro eine 3,5-Liter-Flasche Wodka mit Beigetränken.“ Und wer bezahlt das alles? „Wir kriegen Taschengeld von Mama und Papa und verdienen uns mit Nebenjobs was dazu“, sagt Sandro.

Was die Wiesn heuer kostet

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135 Euro: Teures Vergnügen für kleine Wiesn-Fans

Geisterbahn, Kettenkarussell, Schießen – Max-Joseph (8) und Marie (5) lieben die Wiesn. Papa Max Heiden (47) lässt dafür etwa 50 Euro springen. Das Mittagessen im Hippodrom kostet für die Familie um die 80 Euro. Als Nachtisch genießen die kleinen Schleckermäuler noch einen Schokoladen-Crepes (3,80 Euro). „Bei vier Leuten wird das schnell recht teuer. Aber wir sind riesige Wiesnfans, die nächsten Tage kommen wir auf jeden Fall wieder her“, sagt Mama Andrea (34).

17,50 Euro: Sie lässt sich von Buam einladen

17 Euro für einen ganzen Wiesn-Abend? Das geht! Jasmin (24) hat ihren ganz eigenen Spar-Tipp fürs Oktoberfest: Die zahnmedizinische Prophylaxe-Helferin aus München lässt sich ganz einfach von feschen Wiesn-Buam einladen. „Meine Freundinnen und ich schauen immer, ob irgendwo ein Junggesellenabschied feiert – die sind oft richtig spendabel“, grinst Jasmin. Der Plan geht auch heute auf: Gerade hat ihr eine Gruppe Jungs eine Mass Radler ausgegeben. Einzige Kostenpunkte auf ihrer Rechnung: das U-Bahnticket von Neuhausen auf die Theresienwiese (2,50 Euro) und später die Taxifahrt nach Hause (ca. 15 Euro).

100 Euro: Nur Bier und Fleisch

Die Münchner Dominik (29) und Petra (36) geben ihr Geld ausschließlich für drei bis vier Mass Bier und Ochsenbraten mit Kartoffelsalat aus (jeweils 14 Euro). „Mandeln und Lebkuchenherzen und sowas ist purer Kitsch und viel zu teuer, dafür geben wir keinen Cent her.“ Für zwölf Euro geht’s mit der S-Bahn zurück nach Hause.

340 Euro: Einmalig

Jessica ist Kanadierin, lebt aber momentan in Nürnberg und ist mit dem Auto zur Wiesn gekommen (Hin- u. Rückfahrt 60 Euro). Hier wohnt die 23-Jährige mit zehn Freunden in einem Haus, zwei Nächte kosten 100 Euro. Im Hackerzelt gibt Jessica etwa 90 Euro aus, genauso viel wie für ihr Dirndl.„Das Ganze ist nicht günstig, aber die Wiesn ist halt ein einmaliges Erlebnis!“

6210 Euro: Der Traum ist teuer

Einmal zur Wiesn – das war der Traum der Australier Harrison (19) und Brock (24)! Die Gaudi lassen sich die Studenten viel kosten: Flugkosten: 4000 ­Euro. Lederhose und Hemd: 500 Euro. „Für sieben Tage zahlen wir 750 Euro auf dem Campingplatz.“ Bier und Hendl: 160 Euro pro Tag. „Aber das ist es wert!“

218 Euro: Bummel mit der Familie

Die kleine Calina (3) schaut bisserl skeptisch, als Papa Constantin (38) die Familien-Rechnung für den Wiesn-Bummel aufstellt. „Allein fürs Essen geben wir 20 Euro pro Nase aus, dazu kommen nochmal 80 Euro für Getränke“, rechnet der Inhaber einer Werbeagentur aus Schwabing vor. Sohn Ferris (7) steht auf Autoscooter, die kleine Calina fährt gern Karus­-sell – macht 20 Euro für Fahrgeschäfte. „Später bekommen die Kleinen noch Wiesn-Lebkuchenherzerl und Luftballons im Wert von 28 Euro“, sagt Mama Sandra (38). Die U-Bahnfahrt kostete die Erwachsenen nochmal je 5 Euro. Knapp zehn Mal geht die Familie im Jahr auf die Wiesn: „Wir sind Münchner, das ist uns die Wiesn wert!“

C. Schmelzer, C. Lewinsky

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