Das Taxameter läuft zur Wiesn rund um die Uhr

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Bald beginnt das große Geschäft: Das Oktoberfest ist auch für die Taxibranche ein Höhepunkt.

München - Die Taxibranche bietet zum Oktoberfest alles auf, was fährt. Reservierungen sind aber nicht möglich.

Jahrzehntelang mussten erschöpfte Wiesn-Besucher nicht weit laufen, denn die Taxis hielten direkt am Festgelände. Doch aufgrund des Sicherheits-Sperrings um die Wiesn müssen die Besucher seit letztem Jahr längere Fußmärsche einplanen. Auch 2011 ist das nicht anders. „Im Großen und Ganzen bleiben die Stellplätze des letzten Jahres bestehen“, erklärt Frank Kuhle, Vorstand der Taxigenossenschaft München.

Nördlich der Festwiese fällt von bisher drei Taxiständen auf der Schwanthalerstraße heuer einer weg. Er befand sich an der Kreuzung der Schwanthalerstraße stadteinwärts mit dem Bavariaring. „Hier strömten Besucher vom Festgelände und trafen auf das hintere Ende des Taxistands“, erinnert sich Hans-Jürgen Dinter, zuständig für Vertrieb und Marketing beim kleineren Konkurrenten IsarFunk. „Die Taxifahrer haben schnell gemerkt, dass vorne stehen gar nichts bringt.“ Das so entstandene Chaos durch rückwärtsfahrende Taxler will man nun vermeiden. Kuhle: „Es fallen aber letztlich kaum Stellplätze weg.“

Zweite Neuerung ist der Standplatz südlich der Festwiese an der Hans-Fischer-Straße. In diesem Jahr dürfen die Taxis hier schon ab 20 Uhr auf Fahrgäste warten, eine Stunde früher als 2010. Im Osten stehen die Lohnkutschen am Kaiser-Ludwig-Platz und südlich davon auf der Herzog-Heinrich-Straße.

Woran erkennt man einen echten Münchner?

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Auffällig ist, dass eine Himmelsrichtung überhaupt nicht abgedeckt ist: der Westen. Dies bemängelt auch Genossenschafts-Vorstand Kuhle. „Es ist ein großes Versorgungsproblem, dass die komplette Westseite nicht bedient wird.“ Gerne würden sich die Taxler am Alten Messeplatz positionieren, doch die Feuerwehr hat laut Kuhle ihr Veto eingelegt. Sie brauche die Fläche, um mit ihren Fahrzeugen zu wenden. „Das führt nur dazu, dass sich die Wiesn-Gäste verirren und im Westend in den Wohngebieten landen“, meint Kuhle.

Um verirrte Besucher auf ein Minimum zu reduzieren, hat die Taxi-München eG in diesem Jahr erstmals großflächige Hinweistafeln an sieben unterschiedlichen Stellen auf der Festwiese installiert. Diese sollen auch Ortsunkundigen den Weg zum nächsten Taxistand weisen.

Wiesn-Gänger müssenfreilich geduldig an die Suche nach einem freien Taxi herangehen. In Spitzenzeiten, vor allem ab 22 Uhr und an den Wochenenden, ist die Nachfrage deutlich größer als das Angebot. Anrufe in der Taxizentrale sind wenig zielführend, denn Bestellungen zur Wiesn werden nicht angenommen. Das würde auch keinen Sinn machen, betont Kuhle: „Das Fahrzeug würde nicht bis zum Kunden durchkommen“, da es vorher schon von anderen Wartenden abgefangen würde.

Wer noch zu einem kleinen Fußmarsch fähig ist, für den hat Kuhle einen Tipp: den Hauptbahnhof. An der Südseite kämen häufig Wiesn-Besucher an und bildeten lange Warteschlangen. „Es gibt aber auf der Nordseite und vor dem Haupteingang auch Stellplätze und dort bekommt man recht schnell ein Taxi.“

Trotz anfänglichen Klagens scheint die Taxibranche sich mit dem Sperrring arrangiert zu haben. Denn einen guten Umsatz macht sie trotzdem. „Zirka 20 Prozent“ gingen die Umsätze im Vergleich zum normalen Geschäft nach oben, schätzt Hans-Jürgen Dinter vom IsarFunk. Alle 375 Fahrzeuge seien auf der Straße. Die weitaus größere Taxi-München eG bietet über 3000 Taxen auf. 90 Prozent würden zur Wiesn rund um die Uhr fahren, schätzt Kuhle. Mit wechselnden Fahrern, versteht sich.

Angelo Rychel

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