Studien-Arzt darf nicht mehr zur Wiesn

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Dieser Wiesnbesucher schläft seinen Rausch aus – ganz ohne Blutentnahme.

München - Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) wollte die Fragen der tz zu den umstrittenen Bluttests an alkoholisierten Wiesnbesuchern am Montag doch nicht beantworten. Die tags zuvor angekündigte Erklärung blieb aus.

Dafür stand das BRK seit Erscheinen des tz-Berichts am Samstagin umso regerem Kontakt mit Wirtschaftsreferent Dieter Reiter ( SPD ). Der 50-Jährige gibt heuer sein Debüt als Wiesn-Chef. Schon vorher muss er sich mit den Bluttests und ihrer Verwertung für medizinische Studien herumschlagen, die im Jahr 2004 stattgefunden haben (tz berichtete).

Auf jeden Fall hat Reiter bereits dafür gesorgt, dass der früher verantwortliche Arzt B. heuer nicht auf der Wiesn eingesetzt wird. Und dass Oktoberfestbesucher nicht mehr stillschweigend zu Studienteilnehmern gemacht werden. Reiter spricht Klartext, auch wenn sich die städtische Referentenrunde unter Leitung des amtierenden Bürgermeisters Hep Monatzeder (Grüne) Schweigen auferlegt hat, während die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen. Monatzeder fordert jedoch: „Es muss alles lückenlos aufgeklärt werden.“

Darüber hinaus möchte er keinen Kommentar abgeben. Oktoberfest-Chef Dieter Reiter hat sich vom BRK erläutern lassen, dass die Blutentnahme bei den Betrunkenen routinemäßig durchgeführt werden. „Man hat mir auch versichert, dass wegen der Studie keine Extramengen entnommen wurden.“ Als medizinischer Laie möchte Reiter sich nicht zur Notwendigkeit der Maßnahme äußern, wichtig sei für ihn als Veranstalter: „Die Betroffenen waren nie in Gefahr.“ Die Frage, ob in solchen Fällen eine Blutabnahme wirklich angezeigt ist, und ob bei der angeblich nachträglich eingeholten Genehmigung zur Teilnahme an der Studie durch die Betroffenen der Datenschutz beachtet worden ist, werde die Staatsanwaltschaft beantworten. Auf das Ergebnis wartet Reiter gespannt.

Mehr zur Wiesn

„Wenn die Staatsanwaltschaft herausfindet, dass nicht alles okay ist, erwartet die Stadt vom BRK , dass es die Konsequenzen zieht.“ Sollten diese nicht zufriedenstellen, werde die Stadt prüfen, welche Konsequenzen sie in Bezug auf das BRK ziehen kann.

bw

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