Streiks zur Wiesn? Alle Fragen - alle Antworten:

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Streiken die U-Bahn-Fahrer zur Wiesn, dann droht ein Chaos.

München - Was hat es mit den drohenden Streiks zur Wiesn auf sich? Welche Verkehrsmittel sind betroffen? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Ab wann wird gestreikt?

Wenn 75 Prozent der GdL-Mitglieder dafür stimmen, wird ab 7. September unbefristet gestreikt.

Wie wird gestreikt?

Vermutlich zunächst punktuell stundenweise oder bei einzelnen Verkehrsmitteln.

Wer streikt?

Von 2800 MVG-Mitarbeitern sind 1300 Fahrer. Davon dürften 800 der GdL angehören und streiken. In Werkstätten und der Verwaltung ist die GdL schwächer vertreten.

Welche Verkehrsmittel sind betroffen?

Am wenigsten die Stadtbusse. Die Hälfte der Leistungen erbringen Privatfirmen, dessen Fahrer nicht streiken dürfen. Die 600 MVG-Busfahrer sind gewerkschaftlich schwach organisiert.

So haben Sie die Wiesn noch nie gesehen

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Wie sieht es mit der Trambahn aus?

Denkbar ist, dass tageweise jede zweite Tram gestrichen wird oder Linien wie die 12 ausfallen.

Was ist mit der U-Bahn?

Hier können bereits wenige Fahrer und einige streikende Mitarbeiter auf Stellwerken oder in der Leitstelle theoretisch das Gesamtnetz lahm legen. Zur Wiesn-Zeit gäbe es ein Chaos.

Was ist mit Fahrscheinkontrolleuren?

Auch sie werden teilweise streiken.

Welches sind die Hintergründe?

Die Gewerkschaft Verdi und die dbb Tarifunion als Servicepartner für die eigentlich im Bahnbereich agierende Lokführer-Gewerkschaft GdL hatten eine Tarifunion gebildet. Bei den Tarif-Forderungen ging es nicht nur um mehr Gehalt, sondern auch um Verbesserungen bei der Arbeit der Fahrer. Verdi hat diese Forderungen fallen gelassen und sich mit dem Arbeitgeberverband für Verdi-Mitglieder und nichtorganisierte Mitarbeiter auf eine Erhöhung der Gehälter in zwei Jahren um 3,5 Prozent und eine Einmalzahlung geeinigt.

Warum erklärte die Tarifunion daraufhin die Verhandlungen für gescheitert?

In der Tarifunion bzw. GdL sind vor allem unzufriedene ehemalige Verdi-Mitglieder, vor allem Fahrer, organisiert, die bei der Einführung eines neuen, von Verdi verhandelten Tarifvertrags 2007, besonders hohe finanzielle und soziale Einbußen hinnehmen mussten. Sie wollen zumindest erreichen, dass ein Teil der Wegezeiten wieder wie früher bezahlt oder als Arbeitszeit angerechnet wird. Beispiel: Ein Tramfahrer, der um 12 Uhr den ersten Teil seiner Schicht beendet und um 14 Uhr am Sendlinger Tor weiterfährt, muss in seiner Freizeit den neuen Arbeitsplatz anfahren, die zwei Stunden Leer-Zeit gelten als Freizeit. Für die „Stoßfahrer“, die morgens und nachmittags zur Hauptverkehrszeit fahren, fordert die Tarifunion je fünf Euro Antrittsgeld.

Warum sind die Fronten verhärtet?

Erstmals ist in diesem Bereich eine Gewerkschaft ausgeschert. Setzt sie ihre Forderungen durch, hat das Signalwirkung auf die Verhandlungen in anderen Bundesländern, was MVG-Chef Herbert König als Vizepräsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen verhindern will.

Gibt es Lösungen?

Ja, die teilweise Vergütung von Leerzeiten. Um einen Streik zur Wiesnzeit zu verhindern, müsste sich aber vermutlich OB Ude einschalten.

K.H. Dix

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