Jetzt soll's der schwarze Sheriff richten

Gauweiler wird zum Krätz-Verteidiger

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Ex-Sheriff Peter Gauweiler vertritt Krätz strafrechtlich.

München - Hippodrom-Wirt Sepp Krätz hat den früheren Kreisverwaltungsreferenten und CSU-Staatsminister Peter Gauweiler als Verteidiger verpflichtet.

Die gute Nachricht für Sepp Krätz lautet: Nach Erhebung der Anklage hat das erste Gespräch mit Oktoberfest-Chef und Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) stattgefunden – und Krätz ist immer noch Wiesn-Wirt! „Aus Sicht des Wirtschaftsreferats gibt es derzeit keine hinreichende Grundlage für eine abschließende Bewertung der Zukunft von Herrn Krätz als Festwirt auf dem Oktoberfest“, ließ Reiter hinterher mitteilen.

Der Wiesn-Chef hatte den Hippodrom-Wirt ins Wirtschaftsreferat zum Rapport bestellt. Krätz kam nicht allein: Er hatte einen Rechtsanwalt an seiner Seite, der auf reichhaltig Erfahrung mit Wirten und der Wiesn zurückblicken kann – den früheren Kreisverwaltungsreferenten und CSU-Staatsminister Peter Gauweiler. Der ehemalige Wirte-Jäger ist jetzt ein Verteidiger!

KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle (l.) entscheidet über die Zuverlässigkeit von Sepp Krätz.

Der seinerzeit als „Schwarze Sheriff“ berühmt-berüchtigte oberste Ordnungshüter der Stadt hatte sich in den 80er-Jahren nach dem Donisl-Skandal die Gastronomen der Stadt und auf dem Oktoberfest sehr zu Herzen genommen. Da nahm ihn kein Geringerer als der damalige Sprecher der Wiesn-Wirte, Richard Süßmeier, auf die Schippe – und verlor in der Folge glatt sein Zelt! Gauweiler hat einen Zusammenhang stets bestritten …

Im aktuellen Fall wollen weder Sepp Krätz noch seine Kanzlei Bub, Gauweiler und Partner Stellung nehmen, die ihn strafrechtlich vertritt. Nach tz-Infos soll es in der Anklage um eine Steuerschuld von rund einer Million Euro gehen. Die Anklage wurde der Stadt nicht übergeben, weil sie noch nicht vom Landgericht zugelassen ist. Krätz habe beteuert, dass sich die Situation heute für ihn wesentlich positiver darstelle als zu Beginn des Ermittlungsverfahrens.

Doch für Krätz geht es um mehr als die Wiesn: Der heutige KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle entscheidet über Gaststättenkonzession des Wirts. Darum „empfahl“ Reiter Krätz, Kontakt mit dem KVR aufzunehmen.

David Costanzo

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