Oktoberfest 2013

So verdient die Stadt am Wiesn-Plakat

Bunt und nicht traditionell: Das diesjährige Sieger-Motiv wurde von einem 21-jährigen Münchner Studenten entworfen.

München - Das diesjährige Wiesn-Plakat gilt als Stilbruch. Dabei geht es um weit mehr als ein Plakatmotiv: Mit dem bunten Krug auf weißem Grund verdient die Stadt nämlich auch gutes Geld.

Seit 1952 sucht die Stadt München jährlich das geeignete Symbol für das Wiesn-Plakat. Mit dem diesjährigen Gewinnermotiv, bunter Maßkrug auf weißem Grund, hat sich ein Entwurf durchgesetzt, der mit seinen Vorgängern nicht mehr all zu viel gemein hat: Weg von traditionellen Entwürfen, die das Oktoberfest zumeist mit Strichmännchen, kindlichen Figuren oder einem pausbackigen Kindl verniedlichten, hin zu einem durchstrukturierten, ästhetischen Farbenspiel, das symbolisch für das kunterbunte Treiben rund um das Oktoberfest stehen soll (wir berichteten). Zu modern für die Wiesn? Oder eine gelunge Abwechslung? Ein Stilbruch ist es in jedem Fall.

Bunt und nicht traditionell: Das diesjährige Sieger-Motiv wurde von einem 21-jährigen Münchner Studenten entworfen.

10 000 Wiesn-Plakate gehen in Kürze wieder in Druck, wie Tourismusamt-Sprecherin Gabriele Papke auf Anfrage mitteilte. Und jeder kann eines haben. Ab Ende März, Anfang April sind die diesjährigen Plakate im Servicezentrum des Tourismusamts an der Matthias-Pschorr-Straße 41 (während der Wiesn-Zeit Standort der „Festleitung“) oder via E-Mail an veranstaltungen.raw@muenchen.de erhältlich - und zwar kostenlos. Für jeden Interessenten gilt freilich: Nur solange der Vorrat reicht. Doch der Begriff „Wiesn-Plakat“ führt in die Irre. Plakatiert wird gar nicht. Das Gewinnermotiv von Akim Sämmer (siehe Interview) ist wie seine Vorgänger viel mehr das offizielle Wiesn-Logo, das auf allem prangt, was Touristen so kaufen sollen. Und da hält die Stadt dann schon auch die Hand auf.

Die Wiesn-Plakate seit 1952

Die Wiesn-Plakate seit 1952

Im vergangenen Jahr verdiente die Stadt München nach Auskunft von Gabriele Papke rund 100 000 Euro mit den Lizenzgebühren, die von 19 Unternehmen für insgesamt 38 Produkte entrichtet wurden. Diese Unternehmen, die fast ausschließlich in München oder zumindest anderswo in Bayern ansässig sind, zahlen einen gewissen Betrag an die Stadt und dürfen das Wiesn-Logo dann auf T-Shirts, Maßkrüge, Mützen und allem anderen abdrucken, das als Souvenir rund um das größte Volkfest der Welt verkauft wird.

Einzige Voraussetzung: „Die Produkte müssen schon Wiesn-kompatibel sein“, erklärt Papke. Das heißt: Dicke Macho-Goldketten oder gar ein Produkt aus einem Münchner Sex-Shop würden von der Stadt keine Lizenz erhalten. Auch Künstler Akim Sämmer verdient mit. Neben den 2500 Euro Preisgeld erhält er laut Papke einen Anteil an den Lizenzgebühren.

Benjamin Krischke

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