Stadt rüstet sich gegen Terror - Wiesn wird zur Festung

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Verstärkte Polizeipräsenz bei der Wiesn 2009.

München - Die Terrorgefahr bleibt. Deshalb rüstet sich die Stadt nun dauerhaft gegen Anschläge auf dem Oktoberfest - mit drei Sperrringen um die Theresienwiese. Morgen soll der Stadtrat die Gelder bewilligen.

Es war eine Videobotschaft der Terrororganisation al-Qaida, die 2009 das größte Volksfest der Welt dauerhaft verändern sollte. Als Protest gegen den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan drohten die Islamisten mit Anschlägen in der Bundesrepublik. Ein mögliches Ziel: die Wiesn. An die 2009 getroffenen Sicherheitsmaßnahmen werden sich Wiesnbesucher nun gewöhnen müssen. Die drei Sperrringe rund um die Theresienwiese werden zur Dauereinrichtung.

Wiesn 2010: Die Bierpreise aus den großen Zelten

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Allerdings sollen die Maßnahmen weit weniger martialisch wirken wie im Vorjahr. Damals wurden Zufahrtswege zur Wiesn weitgehend mit Polizeifahrzeugen verstellt. Zudem war die Polizei-Präsenz groß. Langfristig ist nun geplant, Sicherheitspoller rund um den Festplatz einzubauen, die die unbefugte Einfahrt verhindern sollen und von Sicherheitskräften per Knopfdruck binnen Sekunden versenkt oder ausgefahren werden können. Die Anlage wäre technisch mit der auf dem Sankt-Jakobs-Platz vergleichbar, die die Synagoge und die anderen Gebäude der Israelitischen Kultusgemeinde schützt.

Allerdings wird dieses Vorhaben für die Wiesn in diesem Jahr nicht rechtzeitig umzusetzen sein. Die Sicherheitsbehörden planen deshalb vorerst mit provisorischen Maßnahmen, die der Stadtrat morgen beschließen und für die er das Geld zur Verfügung stellen soll.

Bilder vom Wiesn-Aufbau 2010

Auf'baut wird: Die Theresienwiese als Baustelle

In diesem Jahr sollen an den 17 Zufahrten zur Theresienwiese insgesamt 50 Betonstelen mit einem Durchmesser von einem Meter und einer Höhe von zwei Metern aufgestellt werden. Sie werden plakatiert und somit wie Litfaßsäulen gestaltet werden. An der Hans-Fischer-Straße sollen zudem Betonleitplanken aufgestellt werden. Diese Maßnahmen bilden den inneren Sperrring (siehe Grafik). Freiräume zwischen den Betonsperren, die Rettungswagen und Beschicker nutzen, werden bei Bedrohungslagen mit Fahrzeugen verstellt.

Der mittlere Sperrabschnitt wird gebildet vom Bavariaring und der Theresienhöhe, die ganztägig für den Verkehr gesperrt werden. An den acht Zufahrten wollen die Behörden deshalb die Fahrbahn verschwenken - und zwar mit rund 70 Pflanztrögen aus Beton, alle um die 80 Zentimeter hoch und mit zwei Metern im Durchmesser. Darin, so heißt es bei der Stadt, würden Sommerblumen gepflanzt. Rund 280 000 Euro sollen die Maßnahmen kosten. Für den äußeren Sperrring werden indes nur Verkehrszeichen aufgestellt, die lediglich Anwohnern die Einfahrt gestatten.

Bilder aus 200 Jahren Wiesn-geschichte

Bilder aus 200 Jahren Wiesn-Geschichte

Wieviel der Einbau der Sicherheitspoller kostet, ist noch nicht bekannt. Die Kosten dafür will die Stadt auf die Beschicker der Wiesn umlegen. Für die Planung der Anlage sind 42 000 Euro kalkuliert.

Von Matthias Kristlbauer

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