Bayerischer ­Profiliermarsch

Schriller Musikantenstreit um Fischer-Vroni

München - Ein Garmischer Musiker wirbt für seine Band mit seiner langjährigen Mitgliedschaft in der Wiesn-Combo der Fischer-Vroni. Das passt deren Chef gar nicht. Jetzt traf man sich vor Gericht wieder.

Als CSU-Landbewohner wissen Sie natürlich, dass der einstige Landesherr Edmund Stoiber den Bayerischen Defiliermarsch liebt. In unserer Geschichte geht es allerdings nicht um Edmund, sondern um Edi. Und um Sepp, und wollte man dieses Stück vertonen, dann würde es wohl eher Bayerischer Profiliermarsch heißen.

Wir befinden uns zur Oktoberfestzeit 2014 – in der nur bedingt berühmten Wiesn-Hochburg Hagen in NRW. Die wollen auch einen Hauch Humtata und haben originalen bayerischen Heimatsound gebucht: Edi Schönach (47), Garmischer Hotelier und leidenschaftlicher Multi-Instrumentalist, und seine Combo. Die nannte Edi Oktoberfest-Musikanten – und geworben wurde im tiefen Westen mit dem Zusatz, dass Edi und seine Oktoberfest-Musikanten seit vielen Jahren „Stimmungsgarant in der Fischer-Vroni“ seien.

Öha, dachte sich da Sepp Folger (62) folgerichtig. Denn „Sepp Folger und seine Münchner Musikanten“ sind seit 1989 für die Musi bei der Vroni engagiert. Die Folge für Edi: eigentlich gar keine außer einem Anruf, so Folger, indem er den Kollegen bat, die Unwahrheit bleiben zu lassen und sich nicht mit fremden Federn zu schmücken. Einig sind sich beide: Edi hat beim Sepp jahrelang mitgespielt, aber eben als Musikant und nicht als Kapellmeister.

Die Folge des Anrufs: eine Dissonanz. Edi ging in die Offensive und klagte vor dem Landgericht München II auf Unterlassung: Folger sollte unterlassen zu behaupten, Edi habe noch nie auf der Münchner Wiesn gespielt. Das Problem: Sepp hatte das nie behauptet. Es kam zum Vergleich: Sepp darf nicht behaupten, was er nie behauptet hat. Und Edis Oktoberfest-Musikanten dürfen sich nie mehr auf die Fischer-Vroni berufen.

Und wie geht’s jetzt weiter? Sepp Folger will Edi Schönach nie mehr in seiner Fischer-Vroni-Kapelle sehen. Edi Schönach mag da auch nie mehr mitspielen. Edi sagt, dass er nie gewusst hatte, wie in Hagen mit ihm geworben wurde. Das sieht Sepp etwas anders. Denn schließlich sei Edis Gattin in „leitender Position“ im Fremdenverkehrsamt Garmisch-Partenkirchen, und das war Co-Veranstalter in Hagen. Auf eine friedliche Wiesn!

M. B.

Rubriklistenbild: © Schlaf

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