Hochbetrieb in den Bordellen

Schnacksl-Wiesn: Liebes-Damen erzählen, wie es läuft

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Emi und Julia   aus dem Pascha haben sich für die Wiesn Dirndl gekauft.  „In unserem Job darf’s ruhig ein bisschen weniger Stoff sein“.

München - Unter 32, 16, 8  herrscht Konjunktur die ganze Nacht!“ Gut, die Telefonnunmer stimmt nicht, der Rest trifft’s dafür genau:  Nach dem Zelt ist vor dem Puff - in Münchens Bordellen herrscht während der Wiesn Hochbetrieb und reger Verkehr.

Der Club Bel Ami im Münchner Norden ist für die fünfte Jahreszeit bestens gerüstet: Neben Champagner gibt’s Riesenbrezn, Fischbrötchen und Wiesn-Bier - dazu sexy Damen in luftigen Dirndln. Marina (29) hat sich extra für die Wiesn ein neues Outfit gekauft, „die Männer stehen drauf.“ Die traditionelle Flaute in den Wochen vor der Wiesn ist für ihre Kolleginnen endlich vorbei: „Zum Glück geht’s wieder los. Aber die nächsten Tage werden hart!“

Doch auch während der Wiesn ist im Bordell was am wichtigsten? Eh klar, die Sicherheit. „Da sind unsere Bierkrüge und Aschenbecher aus Plastik, falls die angetrunkenen Gäste auf doofe Ideen kommen“, sagt Chefin Rosl (41). Zur Wiesn sind ihre acht Zimmer dauerbelegt, in den Whirlpools blubbert’s: Für eine Stunde horziontalen Vergnügens muss der Kunde 300 Euro hinblättern.

Die schönsten Wiesn-Dekolletés

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Viel Schlaf gibt’s für Rosl und ihre 40 Mädls in den zwei Wochen nicht: Ab 11 Uhr kommen schon wieder die ersten Gäste. „Davor müssen wir kleine Schäden beheben“, sagt Rosl. Reperaturen im Liebestempel? „Ja mei, oft kracht halt ein Lattenrost durch oder die Matratze geht kaputt.“ Rosl verrät auch gern das „Highlight bei uns“: Der kostenlose Abholservice von der Wiesn in der weißen Limousine - Chauffeur in Lederhose, zwei Damen im Dirndl auf der Rückbank. Während der Wiesn kontrolliert eigens ein Türsteher den Bel Ami-Eingang - kein Eintritt für Betrunkene, keine Chance für Rumgeprahle nach vollzogener Nummer.

Auch die Konkurrenz stockt das Team zur Wiesn auf: Im Pascha arbeiten 35 bis 40 Prostituierte aus aller Welt. „Ob blond, braun oder dunkel, die Kunden schätzen bei uns die Vielfalt an unterschiedlichen Damen“, sagt Besitzer Leo E. Wer von den Herrschaften lässt am meisten springen? „Engländer und Australier geben viel aus“, verrät Leo E. Wie, etwa nicht die charmanten Italiener? „Ha, die wollen immer nur handeln!“ Der Reiz des Gruppenrabatts also. „Wenn die zu zehnt kommen, wollen sie’s billiger.“ Die halbe Stunde Spaß gibt’s hier schon ab 120 Euro.

Während der Wiesn gibt’s doppelt so viele Prostituierte

Die aktuellsten Zahlen zum horizontalen Gewerbe legte die Münchner Polizei im März vor: Etwa 600 bis 800 Prostituierte arbeiteten 2011 in München in 175 Bordellen und neun Zonen für den Straßenstrich. Doppelt so viele sind während der Wiesn tätig: „Während dem Oktoberfest sind 1400 bis 1600 Prostituierte in der Stadt zeitgleich tätig“, sagt Werner Kraus.  „Der Großteil stammt  aus dem osteuropäischen Ausland."

Nach wie vor gibt es nur wenige Männer im Gewerbe - hier spielt sich das meiste im Sperrbezirk ab. Kraus: „Um die 30 Männer arbeiten regelmäßig in der Stadt als Stricher, zur Wiesn sind es kaum mehr.“

Christina Lewinsky

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