Scherben-Jammer - immer mehr Verletzungen

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Masskrug-Scherben auf der Wiesn - wer keine passenden Schuhe hat, kann sich schnell schneiden.

München - Autsch! Und wieder ist es passiert. Eine 18-Jährige hat sich an einer Masskrug-Scherbe den Fuß geschnitten und muss in der Wiesn-Sanitätsstation des BRK genäht werden.

Für Rotkreuzarzt Dr. Horst Bundt und seine Assistentin Gabi Böckler eine Routineaktion, die der jungen Frau dennoch große Schmerzen bereitet. Nach wenigen Minuten ist sie erlöst, die Wunde ist genäht und desinfiziert. Nur ein kleiner Verband erinnert noch an die Verletzung.

Das 176. Oktoberfest bedeutet für die Retter vom Roten Kreuz so viel Arbeit wie nie zuvor. Vor allem in den Operationssälen muss viel geflickt werden: 472 Patientinnen und Patienten wurden bis Samstag schon wegen Platz- und Schnittwunden behandelt, voriges Jahr waren es im gleichen Zeitraum mit 400 deutlich weniger. „Es sind in erster Linie Schnittwunden, die sich die Festgäste an den Füßen zugezogen haben“, berichtet Münchens BRK-Sprecher Gisbert Frühauf. „Vor allem junge Mädchen erleiden Schnittwunden, weil sie bei dem schönen Wetter mit Flip-Flops oder Ballerinas aufs Oktoberfest kommen.“ Australier und Neuseeländer kämen sogar bei schlechtem Wetter mit Strandschuhen.

Für die Feststraßen, in denen oft Scherben von Maßkrügen und mitgebrachten Flaschen liegen, ist das nicht gerade das ideale Schuhwerk. Frühauf: „Vor allem an den Wochenenden, wenn viele junge Leute unterwegs sind, ist das Problem mit den Schnittwunden an den Füßen groß.“ Manche Damen zögen sogar ihre nagelneuen Schuhe ganz aus, wenn sie nach mehreren Stunden Wiesn drücken und schmerzen. Frühauf: „Die laufen dann barfuß rum, da ist die Schnittwunde vorprogrammiert!“ Er empfiehlt darum: „Nur mit festen Halbschuhen aufs Oktoberfest, die Verletzungsgefahr durch Scherben ist einfach zu groß.“

Auch ansonsten haben die Sanitäter viel Arbeit. Bis Samstag kamen 4698 Wiesn-Besucher auf die BRK-Wache, voriges Jahr waren es 3127. Davon haben 1950 Menschen ärztliche Hilfe benötigt (2008: 1599). Frühauf: Der Rest braucht ärztlichen Rat, ein Pflaster oder eine Kopfschmerztablette.“

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Die Zahl der Alkoholleichen stieg von 321 auf 399. Dabei nahm vor allem der Anteil der Frauen und Mädchen zu: Ein Drittel der Alkoholopfer ist mittlerweile weiblich. Und auch der Anteil der jugendlichen Alkoholleichen stieg: 2008 musste sich das BRK um zehn übermäßig alkoholisierte Jugendliche kümmern, heuer wurden schon 15 Alkohol­leichen unter 16 beim BRK behandelt.

Johannes Welte

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