Die Wiesn-Fahrradtaxis im Test

Rikscha-Wahnsinn! So teuer sind sie wirklich

München - Dutzende Rikscha-Fahrer lauern derzeit rund um die Wiesn auf Fahrgäste. Kein Wunder: Sie verdienen sich hier eine goldene Nase! Die tz hat den Test gemacht.

Sie gehören mittlerweile fest zum Oktoberfest: die dutzenden Rikscha-Fahrer, die derzeit rund um die Wiesn auf Fahrgäste lauern. Kein Wunder: Sie verdienen sich hier eine goldene Nase! Die tz hat den Test gemacht: Eine Fahrt mit dem Fahrradtaxi ist bis zu viermal so teuer wie mit einem normalen Taxi (siehe Test unten)!

Etwa 150 Rikschas sind in München beim Kreisverwaltungsreferat angemeldet. Jeder Fahrer muss seine Rikscha von einem Gutachter auf Verkehrstauglichkeit prüfen lassen, da Radfahrer eigentlich keine Personen befördern dürfen. „Die Rikscha-Fahrer erhalten eine Ausnahmegenehmigung von uns“, sagt Daniela Schlegel vom Kreisverwaltungsreferat. Aber: „Die Rikscha-Fahrer fallen nicht unter das Personenbeförderungsgesetz und dürfen die Preise deshalb selbst bestimmen.“

Die Taxler, die schon seit Jahren gegen die unliebsame Konkurrenz kämpfen, finden das freilich ungerecht. „Hier muss endlich eine einheitliche Regelung her“, fordert Reinhard Zielinski von der Taxi München eG. Aber es gibt noch mehr Themen, die den Taxi-Chef zur Weißglut bringen: „Zu Beginn der Wiesn haben die Fahrer noch brav hinter dem Sperrgürtel gewartet – aber jetzt fahren sie vorallem zu später Stunde immer ungenierter bis direkt zum Gelände vor.“ Weil die Taxis das nicht können, spricht er von „Wettbewerbsverzerrung“.

Zielinski fordert von der Stadt und der Polizei, mehr auf die Rikschas zu achten: „Die fahren teilweise ohne Rücklicht und halten sich dazu oft nicht an die Verkehrsordnung: Sie fahren über Rot, auf Gehwegen und schneiden unsere Taxis wie auch andere Verkehrsteilnehmer.“

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Geisterfahrt auf 1,2 Kilometer für 18 Euro

Rikscha: 18 Euro

Die Strecke von der Wiesn zum Bahnhofsplatz ist nur 1,2 Kilometer lang – der Fahrer will dafür 18 Euro! Er ist zwar sehr nett, fährt aber mehrmals auf dem Gehweg und der Gegenfahrbahn. Eine Quittung? „Na, so was hab i ned“, so sein Kommentar.

Taxi: 7,50 Euro

Auf dem Weg zum Taxistand stehen Rikschas im Sperrgürtel. Auch die Taxifahrt ist vergleichsweise teuer. Das liegt an den Einbahnstraßen, die das Taxi umfahren muss. Der Fahrer motzt: „Ich bin froh, wenn die Stadt wieder uns gehört und die Radler weg sind.“

50 Euro für die weiteste Strecke

Rikscha: 50 Euro

„So weit bin ich noch nie gefahren!“ Erst schaut der Rikscha-Fahrer ungläubig, dann willigt er ein, bis zur Münchner Freiheit zu fahren – immerhin sechs Kilometer. 25 Minuten strampelt der Fahrer, für zwei Personen berechnet er 50 Euro. Vorbildlich: Eine Quittung gibt’s.

Taxi: 12,10 Euro

Mit dem Taxi zur Münchner Freiheit: Mit einem wortkargen Fahrer geht’s Richtung Süden. Als ihn ein rücksichts­loser Rikschafahrer schneidet, schimpft er doch: „Die fahren, wie sie wollen!“ 12,10 Euro kostet die Strecke, macht etwa zwei Euro pro Kilometer.

Mit 1,6 Kilometern Umweg zum Ziel

Rikscha: 30 Euro

Liegt’s daran, dass sich der tz-Reporter als nicht ortskundiger Wiener ausgibt? Der Fahrer fährt einen riesen Umweg über den Stiglmaier- und Karolinenplatz. Das sind statt 1,9 3,5 Kilometer. Er beteuert aber: „Das ist ganz sicher der kürzeste Weg!“

Taxi: 9,20 Euro

Dieser Taxifahrer dagegen fährt vorbildlich und zügig. Als er sieht, dass es sich in einer Straße staut, dreht er sogar um. „Generell ist heuer weniger los. Und die paar Gäste schnappen uns die Rikscha-Fahrer auch noch weg“, schimpft der Mann.

cl/cs/nba

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