Reuiger Betrüger gibt Opfer Geld zurück

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„Ich möchte Danke sagen“: Cornelia Busch zeigt ihren Geldbeutel und einen sympathischen Brief.

München - Auf der Wiesn kam Cornelia Busch das Portemonnaie abhanden. Jetzt hat die 61-Jährige es wieder - zusammen mit einem rührenden Entschuldigungsschreiben.

Cornelia Busch überkommt noch immer ein Glücksgefühl, wenn sie ihren roten Geldbeutel zur Hand nimmt. Am letzten Wiesntag war der ihr gestohlen worden - zwei Tage später lag er jedoch wieder in ihrem Briefkasten. Und dazu das Schreiben eines reuigen Sünders.

Doch der Reihe nach: Mit etlichen Freunden war die 61-Jährige aus Solln abends auf dem Oktoberfest. „Normalerweise nehme ich nie meinen ganzen Geldbeutel mit auf die Wiesn“, sagt Busch. „Man weiß ja, wie schnell der verloren gehen kann.“ Doch an diesem Tag war sie zuvor noch im Theater gewesen, und darum steckte die Börse mit allen Ausweisen und Bankkarten eben in der Tasche. „Als ich dann später daheim aus dem Taxi gestiegen bin, bemerkte ich, dass mein Portemonnaie weg war“, erzählt die 61-Jährige. Und sofort schoss es ihr auch durch den Kopf, wie er ihr abhanden gekommen war: „Ich hatte beim Gehen noch an einem Herzerl-Stand etwas gekauft. Als ich meinen Geldbeutel wieder in die Tasche gesteckt hatte, kam ein Pärchen und redete auf mich ein - jetzt bin ich mir sicher, dass das nur ein Trick war und die Frau mir meinen Geldbeutel heimlich aus der Tasche gezogen hat.“

Noch in der Nacht fuhr Busch zur Polizei und meldete den Verlust. Außerdem ließ sie die Karten sperren. Gleich am nächsten Morgen schaute die Sollnerin wieder beim Fundbüro auf der Wiesn vorbei. Doch wie erwartet: Ihr Portemonnaie war dort nicht aufgetaucht. „Spätestens da habe ich die Hoffnung endgültig aufgegeben.“

Umso überraschter war die 61-Jährige, als sie zwei Tage später den Briefkasten leerte. Darin lag der Geldbeutel mit allen Papieren und dazu noch 200 Euro in bar, obwohl nur etwa 100 Euro darin gewesen waren. Wie es dazu kam, erfuhr die 61-Jährige durch einen beigelegten anonymen Brief (der unserer Redaktion vorliegt).

Hier der Text: „Gestern fand ich Ihren Geldbeutel nachts auf dem Oktoberfest. Da ich zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert war, und wohl mein Gewissen extrem darunter gelitten hat, habe ich einen wirklich massiv dummen Fehler begangen, den ich mehr bereue, als Sie sich wahrscheinlich nur vorstellen können! Da allerdings der Schaden bereits entstanden ist, möchte ich diesen selbstverständlich wieder begleichen. Die volle Schadenssumme liegt ihrer Geldbörse bei. Es tut mir wirklich sehr, sehr leid!!! Ich verstehe selbst nicht, wie so etwas passieren konnte! Ich habe mit Ihrer Karte bezahlt, leider ist diese nicht mehr vorhanden, trotz intensiven Suchens. Ich bitte Sie nochmals um Entschuldigung! Sollte ich sie afinden, werde ich sie Ihnen sofort zukommen lassen.“

Die eigentlichen Diebe haben also wohl nur das Bargeld herausgenommen und den Geldbeutel dann einfach weggeworfen, bevor ihn der zweite, jetzt reuige Sünder ihn genommen hat. Auch wenn Cornelia Busch es nicht sicher weiß, glaubt sie, dass letzterer ein junger Mann war. „Dem möchte ich nun über die Zeitung danken.“

Über die mutmaßlich verschollene Kreditkarte muss er sich übrigens keine Sorgen mehr machen. „Die Karte steckte zwischen anderen im Geldbeutel“, versichert Busch. „Es ist wirklich alles drin!“

Sven Rieber

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