Posse um Wiesn-Kutsche

CSU empört: Reiter zieht vor Ude ein

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München - Die CSU kritisiert den neuen Wiesn-Chef Dieter Reiter (SPD), noch bevor das Fest überhaupt gestartet ist. Der Hintergrund: Reiter wird beim Trachten- und Schützenumzug in einer eigenen Kutsche fahren – und zwar noch vor OB Christian Ude.

Da Reiter aber nicht nur Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent, sondern auch OB-Kandidat der SPD ist, wittert die CSU Wahlkampf-Spielchen in der politikfreien Oktoberfest-Zone. Alles Quatsch, lässt Reiter ausrichten – vielmehr sei die Kutsche eine Idee des Festrings gewesen, der den Trachtenzug organisiert. „Es ist eine Ehre, die Herr Reiter gerne annimmt“, sagte sein Sprecher.

Der Präsident des Festring-Vereins, Karl-Heinz Knoll, bestätigte das auf Anfrage: „Unser Team arbeitet seit Jahren sehr eng mit Herrn Reiter zusammen. Für mich ist es selbstverständlich, dass der Chef der Wiesn vorne in einem Wagen mitfährt.“ Dass sich die Sache zu einem Politikum entwickle, habe er nicht geahnt. „Unser Verein ist vollkommen unpolitisch.“

Dennoch: Bisher hatte weder die ehemalige Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl eine eigene Kutsche noch Reiters Vorgänger als Wirtschaftsreferent, Reinhard Wieczorek. Nach Angaben von Karl-Heinz Knoll hatte Wieczorek es stets abgelehnt mitzufahren und diese Aufgabe Weishäupl überlassen. Die war mit ihrem Wagen Teil der Werbe-Vorläufer und damit zwar noch weiter vorne als nun Reiter, aber außerhalb des eigentlichen Trachtenzugs. Dass das nun geändert wurde, kritisiert Ludwig Spaenle, Vorsitzender der Münchner CSU, als „tollpatschigen Versuch, den Wiesn-Festzug für einen PR-Gag zu nutzen“. „Man merkt die Absicht und ist verstimmt“, sagte Spaenle.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) konterte gegenüber der tz: „Das Ganze ist eine der kleinkariertesten und lächerlichsten Diskussionen, die ich jemals mitgekriegt habe.“ Es sei doch „völlig Wurst“, wer in welcher Kutsche fährt. Der Oberbürgermeister selbst kommt im Trachten- und Schützenzug übrigens an zehnter Stelle.

akg

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