Rauchverbot: Wo’s heuer auf der Wiesn qualmt

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Im Zelt sind Zigaretten seit einem Jahr verboten, viele Wirte haben deshalb heuer an- oder umgebaut.

München - Heuer wird es ernst: Erstmals drohen den Wiesn-Wirten Bußgelder, wenn ihre Gäste das Rauchverbot im Zelt nicht einhalten. Wohin also, wenn die Lust auf eine Zigarette überhand nimmt?

Im Zelt sind Zigaretten seit einem Jahr verboten, viele Wirte haben deshalb heuer an- oder umgebaut.

Schottenhamel: Wenn das Zelt wegen Überfüllung gesperrt ist, bekommen die Raucher im Schottenhamel Einlasskarten, mit denen sie nach der Zigarette an ihren Platz zurückkehren können. Über dem Haupteingang gibt es zudem eine Art Raucherbalkon – „den können aus Sicherheitsgründen aber nur etwa die etwa 700 Gäste nutzen, die oben auf der Galerie auch ihren Sitzplatz haben“, sagt Wirt Christian Schottenhamel. Der Balkon war durch den Bau einer Fluchttreppe entstanden, „ursprünglich war das nicht als Raucherbereich gedacht“.

Rauchverbote in den Bundesländern

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Löwenbräu: Bei Wiggerl Hagn und Stephanie Spendler im Löwenbräu-Zelt gibt es keinen Raucherbalkon. Wer reserviert hat, kann mit seinem Band rein- und rausgehen, wie er mag – alle anderen haben Pech gehabt. Ein- und Auslasskarten für Raucher gibt es nicht. „Wir hatten einen Balkon beantragt“, sagt Spendler. „Aber das hätte einiges gekostet.“ Die einzige Möglichkeit sei ein Balkon von der Galerie aus gewesen – „dort sitzen die Gäste der Brauerei“. Den Raucherbereich hätten also nur diese etwa 500 Gäste nutzen können, „und dafür hätten wir eine Extra-Treppe und einen eigenen Ordner gebraucht“, sagt Spendler. „Das war ein zu großer Aufwand.“ Die Wirtin verweist zudem auf den Volksentscheid: „Es ist jetzt nun einmal so.“

Augustiner: Die Augustiner-Wirte Manfred und Thomas Vollmer haben mehr Platz für Raucher geschaffen. An der Nordseite ist ein größerer Balkon entstanden, der für alle zugänglich ist. Wer reserviert hat, kommt zudem mit seinem Bändchen immer wieder zurück ins Zelt.

Hofbräuzelt: Wer das Zelt der Familie Steinberg zum Rauchen verlassen will, kriegt einen Stempel und darf danach wieder rein. Eigene Bereiche innerhalb des Hofbräuzeltes gibt es nicht. „In den letzten Jahren hat es auch so immer gut funktioniert“, sagt Wirt Ricky Steinberg.

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Hacker-Zelt: „Rauchverbot ist Rauchverbot“, sagt Toni Roiderer, Wirt im Himmel der Bayern. Er hatte versucht, einen überdachten Außenbereich mit 33 Tischen einzurichten, das war aber nicht genehmigt worden. Nun arbeitet er mit Einlasskarten für Raucher – so entscheidend sei das Thema aber gar nicht. „Trinken ist viel wichtiger als Rauchen“, sagt Roiderer. „Es sind schon viele verdurstet, aber noch niemand ist gestorben, weil er keine Zigarette bekommen hat.“

Schützenfestzelt: Die Gäste von Familie Reinbold im Schützenfestzelt haben gleich zwei Orte zum Rauchen: Es gibt einen Raucherbalkon und einen Bereich im Freien. „Wir haben im Garten zusätzliche Plätze geschaffen“, sagt Ludwig Reinbold. „Das sollte keine Probleme geben.“ Durch den vergrößerten Balkon ist dieser Außenbereich teilweise auch überdacht.

Weinzelt: Wirt Stephan Kuffler hat für die Raucher einen neuen Balkon bauen lassen, der größer ist als der alte. Er ist für alle Gäste des Zeltes zugänglich.

Käfer-Zelt: Im ersten Stock, am Übergang zu den Toiletten, hat Wirt Michael Käfer die Brücken verbreitern lassen. Dort kann geraucht werden. Mit Reservierungsbändchen dürfen Raucher aber immer rein- und rausgehen.

Armbrustschützenzelt: Im Armbrustschützenzelt gibt es keine Raucher-Refugien: Weder Balkon, noch Außenbereich, noch Einlasskarten. Auch Gäste, die reserviert haben, haben keine Möglichkeit, nach der Zigarette zurück ins Zelt zu gelangen, wenn es voll ist – Bänder wie etwa bei Löwenbräu gibt es nicht.

Ochsenbraterei: Am Seiteneingang der Ochsenbraterei gibt es einen Raucherbereich, der für die Gäste des Zelts zugänglich ist. „Einlasskarten sind nicht nötig, weil vorne und hinten Ordner stehen“, sagt Wirtin Antje Schneider. Somit kommen nur Gäste dorthin, die auch vorher schon im Zelt waren. Von der zeltabgewandten Seite aus ist der Raucherbereich überdacht.

Winzerer Fähndl: Peter Pongratz, Wirt des Winzerer Fähndls, wollte ursprünglich einen Raucherbalkon auf der Westseite bauen – „der ist aber nicht genehmigt worden, weil er zu nah am Nachbarzelt gewesen wäre.“ Deshalb gibt es nun keinen Bereich für die Raucher und auch keine Einlasskarten.

Bräurosl: „Wir hatten keine bauliche Möglichkeit, einen eigenen Bereich für die Raucher zu schaffen“, sagt Wirt Georg Heide. An den stark besuchten Tagen gibt es deshalb Einlasskarten für Raucher.

Hippodrom: Auf der Rückseite des Zeltes wird es, wie im vergangenen Jahr auch, einen Raucherbalkon geben, der für alle Gäste zugänglich ist.

Fischer-Vroni: Die etwa 600 Gäste, die auf der Galerie der Fischer-Vroni sitzen, dürfen auf dem Balkon rauchen. Aber auch für alle anderen ist gesorgt: Hinter dem Zelt gibt es einen abgeschlossenen Raucherbereich, der für alle Gäste zugänglich ist.

Traditionszelt: Die Winklhofers bieten ihren Gästen auf der „Oidn Wiesn“ eine überdachte Terrasse zum Rauchen.

Musikzelt „Zur Schönheitskönigin“: Im zweiten, ganz neuen Zelt auf der „Oidn Wiesn“ gibt es einen Raucherbereich vor dem Zelt im Biergarten.

Ann-Kathrin Gerke

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