Rauchverbot: Wiesnwirte bauen Zelte um

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Bewährt: Im Hippodrom durften die Gäste schon im vergangenen Jahr zum Rauchen auf den Balkon.

München - Nach dem Probelauf im vergangenen Jahr drohen den Wiesnwirten heuer Bußgelder wegen des Rauchverbots. Das Kreisverwaltungsreferat wird Verstöße erstmals ahnden. Fast alle Wirte haben reagiert und bauen ihre Zelte um.

Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle zeigt sich optimistisch. „Das Rauchverbot wird gut funktionieren, es ging ja im Großen und Ganzen schon letztes Jahr ganz gut“, sagt er. Doch während die Stadt das Rauchverbot 2010 noch liberal handhabte, werden die Wiesnzelte in diesem Jahr kontrolliert. „Heuer werden wir gegen Verstöße vorgehen“, sagt Blume-Beyerle. „Allerdings wird das schwierig.“

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Einzelne Raucher zu bestrafen, bezeichnet der Kreisverwaltungsreferent als lebensfremd. „Aber wenn eine größere Anzahl von Gästen in einem Zelt raucht, gehen wir gegen den Wirt vor.“ Zunächst würden es die Kontrolleure mit einem Gespräch versuchen. „In einer nächsten Stufe gibt es Bußgelder bis zu 1000 Euro.“ Sollte sich ein Wirt beharrlich weigern, das Verbot umzusetzen, und der Eindruck entstehen, in einem Zelt werde das Rauchen systematisch geduldet, dann müsse man schon die Frage nach der Zuverlässigkeit des Wirtes stellen, sagt Blume-Beyerle. „Das ist unser stärkster Knüppel, den wir aber bestimmt nicht einsetzen müssen“, meint er. „Das sind erfahrende Wirte und keine Anfänger.“

Um derlei Ärger von vornherein aus dem Weg zu gehen, bauen die meisten Wirte ihre Zelte um und haben Raucherbereiche oder -balkone beantragt. „Die hat der Stadtrat auch bereits genehmigt“, sagt Blume-Beyerle. Die Raucherbereiche sind abgegrenzte, überdachte Flächen oder Balkone außerhalb der Zelte. Sie sind nur vom Zelt aus zugänglich, und die Raucher kommen ohne Kontrollen wieder ins Zelt zurück – auch dann, wenn es wegen großen Andrangs geschlossen wird. Die Raucherbereiche, in denen es keine Sitzgelegenheiten geben wird und nichts konsumiert werden darf, gehen in den Wirtsgärten zu Lasten der bewirteten Plätze, sagt Blume-Beyerle.

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In einigen Zelten wird es keine Umbauten geben. Es gibt Wirte, die Raucherbereiche für überflüssig erachten. Andere haben baulich keine Möglichkeit dazu.

So sehen die Pläne der großen Wiesn-Wirte aus:

Armbrustschützenzelt: Der Zierbalkon über dem Haupteingang wird zum Raucherbalkon umgestaltet.

Augustiner-Zelt: Überdachter Raucherbereich an der Westseite. Zudem Rauchergalerien an der Nordwest- und der Nordostecke.

Bräurosl: „Wir haben keinen Raucherbereich, weil wir wegen der Fluchtwege und des Lieferverkehrs keine Möglichkeit zum Umbau haben“, sagt Georg Heide.

Fischer-Vroni: Neuer Außenbereich an der Ostseite mit Markise bei Regen.

Hackerzelt: Neuer überdachter Raucherbalkon.

Hippodrom: Seit 2010 gibt es hier einen Raucherbalkon.

Hofbräu: „Wir ändern nichts, weil es letztes Jahr mit den Stempeln für die Raucher gut funktioniert hat“, sagt Ricky Steinberg.

Käfers Wiesnschänke: Raucherbereich im Obergeschoss auf der Brücke vor dem Klo.

Löwenbräu-Zelt: Raucherbalkon an der Ostseite mit Teilüberdachung.

Ochsenbraterei: Neues Dach über dem Raucherbereich vor dem Reservierungseingang.

Schottenhamel: Raucherbereich auf dem Außenbalkon über dem Haupteingang.

Schützenzelt: Im Biergarten weichen Tische und Bänke für Raucher. Dafür gibt es auf dem vergrößerten Balkon 76 Plätze mehr.

Weinzelt: Raucherbalkon für gut 300 Leute an der Südseite über den Toiletten.

Winzerer Fähndl: „Wir machen nichts, weil es – wie letztes Jahr – auch so geht“, sagt Wirt Peter Pongratz. „Ein Problem ist ja nur der Samstag.“

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