Rauchen auch bei weiteren Volksfesten?

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In Rosenheim findet ab 28. August das Herbstfest statt (Archivfoto)

München - Der Raucher-Sonderfall für die Münchner Jubiläums-Wiesn weckt Begehrlichkeiten. Und zwar von denen, die auch ziemlich große Volksfeste feiern.

Trotz des strengen Nichtraucherschutzgesetzes ab 1. August darf ja heuer auf der Wiesn ungestraft geraucht werden. Grund: Die Wirte müssen Umbauten an den Zelten planen, genehmigen lassen und umsetzen, um der Raucher-Massen, die kurz das Zelt verlassen wollen, Herr zu werden. Und das brauche Zeit – mehr Zeit, als bis zum Herbst bleibt.

Doch was Münchnern lieb ist, ist anderen teuer. Den Rosenheimern etwa, die ab 28. August ihr Herbstfest feiern, das größte Volksfest Südostbayerns mit einer Million Besuchern. Die CSU-Stadtratsfraktion – die größte Fraktion – beantragte gestern bei ihrer CSU-Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer „die Handhabung des Rauchverbots auf dem Rosenheimer Herbstfest 2010 in Anlehnung an die Maßnahmen für das Oktoberfest festzulegen“. Es müssten für 2010 praktikable Lösungen gefunden werden, die es dem Wirtschaftlichen Verband und den Festwirten ermöglichten, in der kurzen Zeit bis zum Beginn des Herbstfestes nur umsetzbare Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem sieht die CSU „ein erhebliches Sicherheitsproblem“ mit zusätzlichen Besucherströmen an den Ausgängen: „Dies erfordert ein neues Konzept.“ Das hat man doch schon irgendwo in ähnlicher Form gehört … Hermann Koch, Dezernent des Rosenheimer Ordnungsamts, sagte dazu dem Oberbayerischen Volksblatt: „Nächste Woche werden wir mit dem Veranstalter und den Wirten klären, was sein muss.“ Und: „Es kann sinnvollerweise nicht mit einem Bußgeld belegt werden, was in der Kürze der Zeit überhaupt nicht machbar ist.“

Und was ist mit Straubing? Dort findet schon ab dem 13. August das Gäubodenfest statt – mit 1,2 Millionen Besuchern. Am Freitag treffen sich Verwaltung, Sicherheitsbehörden und Wirte, um die Umsetzung des Rauchverbots zu besprechen. Einem Ergebnis will Günther Kröll vom Straubinger Hauptamt nicht vorgreifen. Wirtesprecher Anton Wenisch deutet aber an, wohin die Reise gehen könnte: „Wenn abends die Zelte wegen Überfüllung geschlossen werden, wie sollen Raucher nach draußen kommen?“

MC

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