Reiter-Plan

Rathaus-Zoff: Verschwindet Hippodrom von der Wiesn?

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Sepp Krätz und das Hippodrom.

München - Wird das alt eingesessene Hippodrom dieses Jahr noch auf dem Oktoberfest vertreten sein? Das wäre der Fall, wenn Gastronom Siegfried Able den Standplatz bekommt. 

Wiesnchef und Wirtschaftsreferent Dieter Reiter schlägt vor, dass Großgastronom Siegfried Able (Kalbskuchl, Eiszauber, Seebiergarten Lerchenau) künftig den Standplatz des Hippodroms bekommt. Das würde das Ende der 112-jährigen Tradition des Festzeltes bedeuten, in dem bis in die 70er-Jahre noch Pferderennen stattgefunden hatten – so wie beim ersten Oktoberfest anlässlich der Hochzeit von Therese von Sachsen-Hildburghausen und von Kronprinz Ludwig im Jahre 1810.

Der Standplatz des Hippodroms wird frei, weil Sepp Krätz aufgrund seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung keine Zulassung bekommt. Krätz’ Ehefrau und seine Schwester hatten sich ebenfalls als Nachfolger beworben. Sie werden aber ebenso vom Wirtschafsreferat abgelehnt wie Spöckmeier-Wirt Lorenz Stiftl, der bislang ein kleines Wiesn-Zelt betreibt und das Hippodrom samt Namen und Belegschaft Krätz abkaufen und weiterführen würde.

Dass Able den Zuschlag für ein völlig neues Wiesn-zelt bekommen soll, sorgte gestern im Rathaus für Aufruhr. „Wir haben da noch erheblichen Klärungsbedarf“, so Wiesn-Stadtrat und Reiters Parteifreund Helmut Schmid (SPD) zur tz. „Die Fraktion wird sich erst noch eingehend darüber unterhalten müssen, wie sie entschieden wird.“

Auch die CSU ist mit Reiters Vorlage unzufrieden. „Bei allen Zelten sind die Punktwerte angegeben, nach denen die Konzessionen vergeben werden sollen. Bei der Frage, wer die Nachfolge von Krätz antritt, gibt es keine Punkteangabe“, so CSU-Wirtschaftssprecher Manuel Pretzl. Unter openpetition.de läuft eine Unterschriftensammlung, die den Erhalt des Hippodroms fordert – bis gestern hatten 583 Unterstützer unterzeichnet. Auch Wirte-Urgestein Wiggerl Hagn (Löwenbräu-Zelt) findet: „Es wäre jammerschade, wenn das Hippodrom von der Wiesn verschwinden würde. Für den Gast war dort immer gut gesorgt.“

Johannes Welte

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