Preißn-Rabatt auf Wiesn-Mass

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Auf dem Oktoberfest in Berlin kostet die Mass 7,50 Euro.

Berlin - Davon können wir Münchner nur träumen: 7,50 Euro für eine Mass Wiesn-Bier. Bei uns kostet die Mass heuer zwischen 8,50 und 8,60 Euro – 13 Prozent mehr als auf dem Berliner Oktoberfest!

Na bravo, jetzt kopieren die Preißn schon unsere Wiesn – und bekommen das Bier auch noch günstiger! Preißn-Rabatt auf die Wiesn-Mass – das ist wirklich nicht fair! Am 9. September feiert das Oktoberfest wieder seinen Auftakt in der Hauptstadt. Dort führen Hippodrom-Wirt Sepp Krätz und seine Lebensgefährtin Tina Fichtel heuer erstmals das Löwenbräuzelt in Berlin – und verkaufen die Mass für 7,50 Euro. In München nehmen Krätz – und alle anderen großen Wiesn-Wirte – für einen Liter aber um die 8,60 Euro. Da müssen wir Münchner schlucken!

Aber ist das wirklich ein Grund zum Granteln? Unsere echte Wiesn ist eben auf der ganzen Welt so beliebt, dass Einheimische wie Touristen die hohen Preise zahlen. Manche sind ja sogar bereit, auf dubiosen Internet-Seiten Unsummen von 400 Euro und mehr für einen Wiesn-Tisch hinzublättern – da schlägt eine Mass für 8,60 Euro nicht mehr ins Gewicht. Außerdem: Die original Wiesn ist ja auch tausend Mal schöner als sämtliche Kopien in aller Welt. Wer würde schon das Berliner Oktoberfest der Münchner Wiesn vorziehen – nur, weil die Mass billiger ist? Berlin mag arm sein – so sexy wie unsere Münchner Wiesn ist es lange nicht!

„Der Preis ist Sache des Wirtes – und richtet sich nach Angebot und Nachfrage“, bringt es Löwenbräu-Chef Günter Kador auf den Punkt. Und die Nachfrage in Berlin sei eben bei Weitem nicht so groß wie die in München . Die Brauereien würden in München die gleichen Preise verlangen wie überall. Im Gegenteil: „In München können wir das Bier sogar einen Tick billiger verkaufen, weil die Transportewege kürzer sind“, erklärt Kador. Außerdem seien 7,50 Euro für Berliner Verhältnisse relativ hoch. Sepp Krätz erklärt den Preißn-Rabatt so: „Als ich mit der Biergarten-Revolution 1996 vors Bundesverwaltungsgericht gezogen bin, hat ein Berliner Richter die bayerische Biergartenkultur gerettet und die Sperrstunde von 21.30 auf 23 Uhr zurückgelegt. Jetzt kann ich mich dafür bedanken.“

 Übrigens: Auch das Hendl ist in Berlin billiger: 7,50 statt 9,50 Euro, die Fleischpflanzerl kosten 12 statt 14,50 Euro. Arm, aber sexy? Von ­wegen! Denn, Hand aufs Herz: Auch wenn wir ein bisserl neidisch sind auf ­ihren Preißn-Rabatt – tauschen? Für kein Geld der Welt!

Simone Herzner

Das Berliner Oktoberfest

Am 9. September, eineinhalb Wochen vor der echten Wiesn, wird das Anzapfen schon mal vor großer Hauptstadt-Kulisse geprobt: Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesratsministerin Emilia Müller, Festwirt Sepp Krätz und der Löwenbräu-Vorstand eröffnen den „Berliner Auftakt des Münchner Oktoberfestes“ vor dem Roten Rathaus in Berlin-Mitte. Eine Veranstaltung mit Tradition: Schon zu Bonner Zeiten wurde der Oktoberfest-Auftakt in der Hauptstadt gefeiert – in Berlin findet die „Vor-Wiesn“ zum 11. Mal statt. Vom Glanz der Wiesn – den größten Exportschlager Bayerns in die Welt – möchte eben auch die Hauptstadt etwas abhaben. Für den politischen Eröffnungsabend wird heuer – keine drei Wochen vor Bundestagswahl – extra viel Politprominenz erwartet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich wie 2008 wieder angekündigt. Nachdem am ersten Abend nur geladene Gäste den Exportschlager „bayerische Lebensfreude“ genießen dürfen, stehen Zelt und Wiesn-Bier vom 10. bis 16. September allen Berlinern offen. 2000 Hauptstadtbürger finden maximal Platz im Zelt, das heuer erstmals von Wiesn-Wirt Sepp Krätz betrieben wird. Obwohl Bier und Blasmusik bei den Berlinern gut ankommen, ist der kleine Berliner Hippodrom-Ableger anders als das Münchner Original aber nicht bis unters Dach ausgebucht.

SH

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