Jetzt bricht Berni Luff sein Schweigen

Poschner-Chef: "Wir lassen uns nicht kaputt machen!"

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Poschner-Chef Berni Luff gibt sich kämpferisch.

München - Wiesn-Aus nach mehr als 80 Jahren. Es brodelt weiter in Sachen Poschner's Hendlbraterei. Nun bricht Firmen-Chef Berni Luff in der tz sein Schweigen.

Neue Runde im Zoff um Poschner’s Hühner- und Entenbraterei: Jetzt bricht Firmenchef Berni Luff (56) in der tz sein Schweigen. „Hier wird ein Familienbetrieb wegen nichts kaputt gemacht“, sagt der gelernte Metzger, der gegen den Nicht-Zulassungbescheid zur Wiesn klagt. „Und das, obwohl das Verhältnis zur Stadt immer vertrauensvoll war.“

Über die Presse habe er von seinem drohenden Aus nach mehr als 80 Jahren erfahren. Anstelle von Luff soll Siegfried Ables Bruder Josef einen Platz erhalten - auch als Hendlbrater. Poschner-Chef Luff war schon als Kleinkind mit auf der Wiesn. „Die Art und Weise, wie das jetzt abläuft, ist deswegen richtig hart für mich.“

Das Zelt sei Familiensache. „Die Wiesn ist aber auch unsere Existenzgrundlage.“ Nach tz-Informationen soll Luff heuer wegen eines neuen Gesellschafters im Punktesystem der Stadt abgestürzt sein. Luffs Sohn Thomas (33) war 2012 nach dem Tod seiner Oma in den Betrieb eingestiegen. Warum sich das jetzt auswirkt, kann Luff nicht verstehen. „Ich wurde falsch bepunktet!

Das ganze System ist für mich nicht haltbar.“ Der Wirt führt an, in den letzten Jahren kräftig in sein Zelt investiert zu haben, etwa in eine Solaranlage. Das sieht die Stadt offenbar anders. Nach tz-Informationen soll Luff auch in anderen Punkten schlechter abgeschnitten haben als Able.

Dieser habe sich heuer nicht mehr auch für seinen Spanferkelstand, sondern nur noch fürs kleine Wiesn-Zelt beworben, heißt es. Durch diesen Kniff habe die Stadt Able wegen der hohen Punktezahl den Zuschlag geben müssen.

Doch Luff gibt sich kämpferisch: „Jetzt muss ein Gericht klären, was da abgelaufen ist - schließlich gibt’s noch so was wie Gerechtigkeit!“ Früher seien auch neue Betriebe dazu gekommen, ohne dass alte weg mussten. Doch: „Immer wenn die Familie Able kommt, muss jemand weichen.“

Für Siegfried Ables Kalbskuchl habe 2008 der Traditionsbetrieb Sieber Wurstbraterei gehen müssen. „Aber wir lassen uns nicht kaputt machen.“

Luff sieht sich auch bei der Qualität im Vorteil. „Die Ables haben lange Softeis verkauft und Spanferkel. Warum soll Josef Able bitte der bessere Hendlbrater sein?“

So reagieren die Ables

Explizit zur Causa Poschner wollte sich die Familie um Josef Able gestern gegenüber der tz nicht äußern. In einer Pressemitteilung gehen die Ables aber indirekt auf die Vorwürfe von Luffs Anwalt Florian Besold ein, sie seien ein weiteres „Champagnerzelt“ auf der Wiesn.

In seinem Zelt „Goldener Hahn“ wolle Josef Able seinen Gästen „ein Stückerl bayerischer Tradition bieten“, heißt es in der Mitteilung. Josef Able: „Wir wünschen allen gesellige Stunden, nette Begegnungen und einfach a Riesngaudi.“

Abends sorge eine Band für Stimmung, untertags werde jedoch „bayerische Stubenmusi gespielt - nach alter Väter Sitte ganz ohne Verstärker“.

Das von Anwalt Besold angeprangerte „Event-Frühstück“ heißt bei Familie Able übrigens anders: „Frühstück Landlust.

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