Polizei zieht zwei Islamisten aus dem Verkehr

Polizei zieht Sicherheitsring rund um die Wiesn

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Die Polizei kontrolliert verstärkt rund um die Wiesn.

München - Die ganze Wiesn eine Festung: Seit Montagfrüh haben Polizeikräfte rings um die Theresienwiese einen undurchdringlichen Sperrgürtel errichtet.

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Seitenstraßen sind gesperrt, Taxi-Standplätze aufgelöst, Anwohner und Lieferanten unterliegen strengsten Kontrollen. Der Grund: Zwei Terrordrohungen mit konkretem Bezug auf das Oktoberfest. Darin droht Al-Kaida-Sprachrohr Bekkay Harrach in fast perfektem Deutsch mit Anschlägen nach der Bundestagswahl. Zwei seiner in München lebenden Gesinnungsgenossen – ein Marokkaner (26) und ein Tunesier (42) – sitzen in Polizeigewahrsam. Brisant: Der Tunesier wohnt am Goetheplatz! 

Es sind zwei Videobotschaften von Islamisten, die die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzen: Am 18. September droht der Bonner Al Kaida-Mann Bekkay Harrach (32) mit Anschlägen, falls die Deutschen bei der Bundestagswahl nicht Parteien wählen, die einen schnellen Abzug aus Afghanistan wollen. „Die Zeit ist für Deutschland reif, endlich zu begreifen, dass Afghanistan nicht das 17. Bundesland ist und auch nicht ein Bierzelt, um dort das ganze Jahr Oktoberfest zu feiern“, so der Deutsch-Marokkaner, der 1981 im Rahmen der Familienzusammenführung nach Deutschland kam. Innerhalb von 14 Tagen nach der Wahl wollen die Al Kaida-Kämpfer zuschlagen, erklärt der Islamist, der mit gegeltem Haar, Anzug und Krawatte vor einem samtroten Vorhang steht.

Der Mann mit dem Bubengesicht gilt als hochgefährlich. Er lebt mit seiner schwangeren Ehefrau Elisabeth – einer deutschen Islam-Konvertitin – im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Er soll es in den Planungszirkel von Al Kaida geschafft haben.

Der Sperrriegel

Der Stadtplan von München, in dem der neue Sperrbereich um die Wiesn eingezeichnet ist(pdf-Format)

Auch ein zweites Video vom Freitag nimmt Bezug auf das Oktoberfest: Ein vermummter Taliban-Kämpfer namens Ajjub Almani zeigt dabei Bilder vom Brandenburger Tor, vom Kölner Dom, vom Hamburger Hauptbahnhof sowie vom Oktoberfest. Er sagt: „Erst durch euren Einsatz hier gegen den Islam wird der Angriff auf Deutschland für uns Mudschaheddin verlockend, damit ihr etwas von dem Leid kostet, welches das unschuldige afghanische Volk Tag für Tag erleiden muss.“

Was diese Botschaften nun für die Wiesn bedeuten? Innenminister Joachim Herrmann versucht zu beruhigen: „Es gibt keinerlei konkrete Hinweise auf Anschlagsplanungen.“ Doch der Ausgang der Wahl sorge für eine neue Lage: „Die Islamisten wollten die Wahl beeinflussen, was ihnen ganz offensichtlich kaum gelungen ist.“ Nun gebe es eine „weitere Erhöhung des Bedrohungsszenarios“, das schon seit 2001 existiere. Darum habe man die Sicherheitsvorkehrungen an gefährdeten Objekten verstärkt. Dies gelte etwa für Flughäfen und Bahnhöfe – und natürlich auch für das Oktoberfest. Herrmann: „Das ist nun einmal die derzeit größte Veranstaltung in Deutschland .“

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Auch wenn es keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne in München gibt, existiert eine Verbindung des Terror-Sprechers Bekkay Harrach nach München: Ein Tunesier (42) hat sich nach Erkenntnissen der Polizei mehrfach mit Harrach getoffen, um mit ihm darüber zu diskutieren, „wie man die deutsche Gesellschaft unter dem Gesichtspunkt der Scharia verändern kann,“ so Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer zur tz. Ein Marokkaner (26) habe darüber hinaus über seinen Bruder Kontakt mit Harrach gehabt. Beide Männer wurden am Samstag auf der Straße festgenommen und vorbeugend in Polizeigewahrsam genommen. Dort sollen sie auch bis zum Ende der Wiesn bleiben. Der Tunesier wohnt nahe der Wiesn am Goetheplatz. Beide Männer sind nicht berufstätig und bewegen sich regelmäßig in islamischen Einrichtungen. Schmidbauer betont, dass den beiden Islamisten bislang noch keine Straftaten nachgewiesen wurden.

Wie groß die Gefährdung nun wirklich ist? Herrmann: „Es gibt eine Vielzahl von Hinweisen, dass an Anschlägen in Deutschland gearbeitet wird. Viele haben sich nicht bewahrheitet. Doch es sind Leute im Land unterwegs, denen Anschläge zuzutrauen sind.“

video

Die kurz vor ihrer Tat gefassten Kofferbomber von Köln hätten gezeigt, dass Terror-Anschläge in Deutschland möglich sind. Am Montag tauchte eine weitere Drohung auf einer Al Kaida-Homepage im Internet auf: In einer auf arabisch gehaltenen Erklärung heißt es, „Gotteskrieger“ warteten in Deutschland nur auf ein Signal des Al Kaida-Führers Osama bin Laden, „um der Religion Gottes und dem islamischen Recht zum Sieg zu verhelfen“. Eines Tage werde man nicht nur an die Flugzeugattacken vom 11. September 2001 erinnern und an die Anschläge in Madrid und London, sondern auch an „die Attacke der Helden in Berlin .“ Trotz dieser Drohkulisse bleibt Innenminister Herrmann gelassen: „Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir können die Hinweise aber auch nicht zur Seite schieben.“

Bei Fragen können sich Wiesn-Besucher und Münchner an das Bürgertelefon der Polizei wenden

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