Brutale Gewalttat auf Campingplatz in Thalkirchen

Australierin (19) im Zelt vergewaltigt

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Polizeibeamte mit einem Hund und einem Kollegen, der gerade einen Wohnwagen aufbricht - mit richterlicher Genehmigung.

München - Eine Australierin (19) ist auf dem Campingplatz in Thalkirchen vergewaltigt worden. Die Polizei durchkämmte das Gelände.

Ihr erster Wiesn-Besuch endete für die 19-jährige Belinda S. (Name geändert) in der Nacht zum Dienstag mit einem Horrorerlebnis. Nach einem unbeschwerten Tag auf der Theresienwiese wird die junge Australierin Opfer eines brutalen Vergewaltigers auf dem Campingplatz in Thalkirchen.

Dabei hält er ihr während der Tat ein Messer an die Kehle. Nach seiner widerlichen Tat flüchtet ihr Peiniger in die Dunkelheit. Völlig unter Schock ist Belinda erst am Morgen in der Lage, das schreckliche Erlebnis der Polizei zu melden. Mit einem Großaufgebot suchen die Beamten am Dienstag fast acht Stunden lang nach dem Campingplatz-Vergewaltiger. Ohne Erfolg.

Vor dem schweren Eisentor am Eingang des Campingplatzes drängen sich am Dienstagnachmittag unzählige Camper. Die meisten von ihnen sind wegen der Wiesn hier und haben ihr Zelt inmitten der Isarauen-Idylle aufgeschlagen oder sind mit dem Wohnmobil angereist. Seit neun Uhr stehen sie hinter dem Zaun, jeder versucht einen Blick auf das Geschehen auf dem Platz zu erhaschen. Rein dürfen sie nicht, denn die 40 Polizisten suchen fieberhaft nach Belindas Vergewaltiger. Mehrere Dutzend Streifenwagen umstellen das Gelände.

Alle knapp 800 Camper müssen den Platz verlassen. Einzeln werden sie in einer Gegenüberstellung der einzigen Zeugin, Belindas Freundin, vorgeführt. Aber keiner der Männer sieht dem Peiniger ihrer Freundin ähnlich.

Jede halbe Stunde ertönt eine Durchsage über die Lautsprecher eines Funkwagens. Ein Beamter informiert die Camper über den aktuellen Stand der Dinge, und dass sie noch immer nicht zu ihren Zelten zurück dürfen. Ein Schlüsseldienst öffnet unter dem Schutz von zwei schussbereiten Polizisten einen Wohnwagen nach dem anderen. Der Täter könnte sich hier versteckt halten. Doch bis in die frühen Abendstunden bleibt die Suchaktion erfolglos und der Vergewaltiger auf freiem Fuß.

Was genau passiert ist, erzählen Belinda und ihre Freundin der Polizei so: Das erste Mal reist Belinda mit einer Reisegruppe nach München zur Wiesn. Zusammen mit ihrer Freundin erlebt sie einen unbeschwerten Nachmittag. Man trinkt, feiert und lacht. Um ein Uhr früh kommen die Mädchen wieder am Campingplatz an. Die meisten Camper schlafen bereits in ihren Zelten oder Wohnmobilen. In ihre Schlafsäcke wollen die beiden Australierinnen aber noch lange nicht. Die Stimmung ist viel zu gut. Leicht beschwipst und beschwingt schlendern sie über den Platz.

Da treffen sie auf zwei junge Männer. Schnell kommen die Mädchen mit ihnen ins Gespräch, freunden sich mit ihnen an. Belinda versteht sich gut mit einem der beiden Männer. Er ist etwa 20 bis 25 Jahre alt, hat kurze schwarzgelockte Haare, ein südländischer Typ. Er spricht Spanisch und nur schlecht Englisch. Nach kurzer Zeit gehen die beiden Pärchen getrennte Wege. Hinter den Zelten in der Dunkelheit will Belindas Flirt plötzlich mehr als nur reden. Er nähert sich ihr an, versucht sie zu küssen. Sie wehrt sich. Er hält sie fest, zieht sie in ein Zelt. Belinda sagt: „Nein, ich will das nicht.“

Doch ihr Peiniger lässt nicht von ihr ab. Auf einmal zieht er ein Messer und gibt ihr zu verstehen: „Wenn du dich wehrst, steche ich zu“. In Todesangst lässt sie den Sex zu. Eine rechtsmedizinische Untersuchung bestätigt die Vergewaltigung.

Nach der erfolglosen Suchaktion hofft die Polizei nun auf die Bilder der Überwachungskamera, die am Campingsplatz angebracht ist. Die Auswertungen laufen bereits. Mit Hilfe der Täterbeschreibung erstellen die Beamten gerade ein Phantombild des Vergewaltigers. Belinda will jetzt so schnell wie möglich nach Hause. Denn so lange ihr Peiniger auf freiem Fuß ist, hat sie keine ruhige Minute mehr.

Patricia Kania

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