O'zapft is!

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Zwei Schläge genügten OB Ude - dann strömte das Bier.

Mit nur zwei Schlägen hat OB Christian Ude um Punkt 12 im Schottenhamel-Zelt das größte Volksfest der Welt eröffnet und erstmals Ministerpräsident Günther Beckstein die erste Mass überreicht.

Der Morgen begann trüb, doch kurz vor dem Anstich klarte der Himmel auf - vor allem kamen alle Besucher trocken zum Anstich.

OB Ude brauchte nur zwei fachmännische Schläge und stellte damit seinen Rekord von 2005 ein.

Die 175. Wiesn ist eröffnet!

Mit zwei Schlägen stach Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Samstag um Punkt 12.00 Uhr im Schottenhamel-Zelt das erste Fass Bier an und eröffnete mit dem Ruf “Ozapft is“ die Wiesn.

Zwölf Salutschüsse hallten über die Theresienwiese, als Ude die erste Maß dem bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) reichte, um “auf eine friedliche Wiesn 2008“ anzustoßen. Der erste Krug mit Wiesnbier gebührt stets dem bayerischen Regierungschef. Schon vor der offiziellen Eröffnung mussten die Zelte wegen Überfüllung geschlossen werden.

Peter Schottenhamel lobte im ARD-Interview das routinierte Anzapfen durch OB Ude und kritisierte augenzwinkernd nur, dass es danach etwas lange gedauert habe, bis das Bier floss.

Das 175. Oktoberfest in München dauert bis zum 5. Oktober an. In dieser Zeit werden voraussichtlich wieder über sechs Millionen Liter Bier durch die Kehlen der Wiesn-Besucher fließen.

Tausende Schaulustige säumten am Vormittag auch die Straßen, um den Einzug der Wiesn-Wirte auf ihren blumengeschmückten Pferdekutschen zu erleben. Als Ude unter Fanfarenklängen mit seiner Frau Edith Welser-Ude im Schottenhamel die Anzapf-Boxe betrat, standen die Menschen dort bereits auf den Bänken. Verhaltene Buh-Rufe begrüßten das Ehepaar Beckstein. Marga Beckstein erschien wie angekündigt nicht im Dirndl, sondern in einer pastellfarbenen Trachtenjacke und dunklem Rock. Beckstein selbst war kurz vor der Landtagswahl durch die Aussage unter Druck geraten, man könne, wenn man viele Stunden im Bierzelt sitze, auch nach zwei Maß noch Autofahren.

Beckstein, der wie sein Vorgänger Edmund Stoiber nicht in Lederhose, sondern im Trachtenanzug kam, betonte, es sei für ihn ein einzigartiges Erlebnis, dabei zu sein. “Das wichtigste Aushängeschild für ganz Bayern ist in diesen Tagen das Oktoberfest.“ Er werde auch im nächsten Jahr wieder da sein. “Und ich bin felsenfest überzeugt, auch in dieser Funktion.“

Mit nur zwei Schlägen stellte Ude beim Anzapfen seinen eigenen Rekord ein, den er als erster Oberbürgermeister vor drei Jahren aufgestellt hatte. “Für mich war es besonders entspannt“, sagte er später. Schließlich sei er im Frühjahr nach seinem “unwiderruflich allerletzten Wahlkampf“ im Amt bestätigt worden, sagte der 60-jährige SPD-Politiker, der bei der nächsten Kommunalwahl 2014 nicht mehr antreten will. Mit Blick auf Becksteins ersten Auftritt als Ministerpräsident auf der Wiesn sagte er: “Er hat gesagt, es sei ein einmaliges Erlebnis - vielleicht hat er damit wortwörtlich Recht.“

Ex-Ministerpräsident Stoiber kam nicht zum Anzapf-Ritual ins Schottenhamel-Zelt. Er feierte den Wiesn-Beginn privat mit seiner Frau Karin im Hofbräu-Zelt. Er habe sich ganz bewusst nicht um eine Einladung bemüht, hatte Stoiber am Vortag wissen lassen. “Beim Wiesn- Anstich sollen der Oberbürgermeister und der Ministerpräsident im Mittelpunkt stehen, so wie sich das gehört.“ Er wolle sich jenseits des Scheinwerferlichts halten.

In der Ratsbox verfolgten unter anderem SPD-Herausforderer und Landtagsfraktionschef Franz Maget, der bayerische Umweltminister und Münchner CSU-Chef Otmar Bernhard und Alt-Oberbürgermeister Georg Kronawitter die Eröffnung. Siegessicher gaben sich eine Woche vor der Landtagswahl die Grünen. “Die Grünen haben heuer das Bier vor der CSU bekommen - und das sagt schon viel“, sagte Grünen-Spitzenkandidat Sepp Daxenberger. Mit am Grünen-Tisch saßen Bundestags- Fraktionschefin Renate Künast, Fraktionsvize Jürgen Trittin, Parteichefin Claudia Roth und Landtagsfraktionschefin Margarete Bause. Auch bei der FDP herrschte nach den jüngsten guten Umfragewerten Feierlaune. “Wir haben die beste Stimmung“, sagte die bayerische FDP-Chefin Sabine Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. “Die CSU kriegt einen Dämpfer.“

“Sehr zufrieden“ mit dem Auftakt zeigte sich Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl. “Ich denke, es wird eine herbstliche Wiesn“, sagte sie mit Blick auf die kühlen Temperaturen. Glühwein gibt es aber erst, wenn es drei Tage lang unter zehn Grad kalt bleibt.

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