Halbzeit: “Wiesn wie aus dem Bilderbuch“

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Nach ersten Schätzungen kamen bis zur Wiesn-Halbzeit noch mehr Besucher als sonst.

München - Bilderbuchwetter mit viel Sonnenschein hat in der ersten Woche auf dem Münchner Oktoberfest für einen Ansturm gesorgt. Die wichtigsten Rekorde der Halbzeit-Bilanz:

Etwa 3,5 Millionen Gäste kamen bislang, das sind 200 000 mehr als im Vorjahr. Unter ihnen: immer mehr Chinesen und Inder. Es gehen auch wieder mehr Familien raus – nicht nur auf die historische Wiesn. Das zeigt sich anhand der Zahlen der Kinderbetreuungsstelle: 151 Kinder wurden dort gestillt oder gewickelt, 2009 waren’s 115. Leider sind deshalb auch 18 Kinder und damit 5 mehr als voriges Jahr verloren gegangen.

Riesen-Erfolg der historischen Wiesn: Hierher kamen 238 703 zahlende Besucher, mit Kindern also etwa eine viertel Million. Allein am vergangenen Donnerstag waren 30 619 Gäste im südlichen Teil.

 

Ist das noch Tracht - oder nur ein Mode-Gag?

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Der Wiesn-Klassiker Hendl wird nicht langweilig: Zehn Prozent mehr gingen diesmal über den Tresen. Zudem wurden 61 Ochsen verspeist (2009: 60). Der Bierkonsum ist leicht steigend mit 3,4 Millionen Mass zu 3,3 Millionen im vergangenen Jahr. Der Krug-Klau ging mit 68 000 etwas zurück (2009: 77 000).

Die Besucher lassen sich den Wiesn-Spaß wieder etwas kosten: Nach mehreren Flautenjahren freuen sich die Schausteller heuer über einen Umsatz-Zuwachs von 15 Prozent.

Spaß auch ohne neue Lieder: Wie es bislang aussieht, gibt es heuer keinen neuen Wiesn-Hit. Die Renner sind nach wie vor das Fliegerlied, Hey, was geht ab und Klassiker wie Fürstenfeld.

Die Leute verlieren mehr: 2200 Fundsachen sind bislang abgegeben worden, 2009 waren es zu diesem Zeitpunkt nur 1700. Darunter: 652 Kleidungsstücke, 452 Ausweise, 216 Geldbeutel und weitere übliche Objekte, aber auch kurioses wie ein Buddelschiff, ein lebender Mops und ein weißer Hase (kamen ins Tierheim) sowie ein Tennisschläger. Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Auf das obligate Gebiss warten wir noch …“

Die Wiesn-Promis vom Samstag

Die Wiesn-Promis vom Samstag - Fotos

Die Welt kriegt nicht genug von uns: Registrierte die Wiesn-Pressestelle 2009 noch 1382 Journalistenkontakte, waren es heuer bislang 1821! Sogar aus Kuwait, der Ukraine oder dem Iran gab’s Anfragen. OB Ude: „Das mediale Interesse hat alle Erwartungen übertroffen.“

Die Halbzeit-Bilanz des Roten Kreuzes: Die Sanitäter registrierten 4894 (2009: 4718) Patienten. Von diesen mussten 2031 (1970) ärztlich behandelt werden. Den Anstieg um knapp vier Prozent erklärt sich der ärztliche Leiter der Wiesn-Sanitätsstation Dr. Ulrich Hölzenbein mit der guten Wetterlage, viele hatten mit Herz- und Kreislaufbeschwerden zu kämpfen. Die Zahl der alkoholisierten Jugendlichen ging glücklicherweise zurück: 360 und damit 43 weniger Patienten im Alter von 18 bis 30 Jahren mussten versorgt werden. Die Zahl der Jugendlichen unter 16 Jahren blieb in diesem Zusammenhang mit 16 (15) nahezu konstant. Die Rotkreuz-Sanitäter rückten mit ihren gelben Fahrtragen 1157 (1190) Mal für Einsätze in das Festgelände aus. Die Gesamtzahl dieser kleineren Hilfeleistungen wie die Ausgabe von Pflastern und Tampons stieg von 2748 im Jahr 2009 auf nun 2863.

Die Polizei vermeldet weniger Straftaten, aber leider mehr Masskrug-Schlägereien.

nba

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